Weihnachten


Strahlend
wie ein schöner Traum
steht vor uns der Weihnachtsbaum.
Seht nur,
wie sich gold'nes Licht
auf den zarten Kugeln bricht !





Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
ein milder Stern herniederlacht.
Vom Tannenwalde steigen Düfte
und hauchen durch die Winterlüfte
und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre
fernher Kirchenglocken
mich lieblich heimatlich verlocken
in märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
anbetend, staunend muß ich stehn;
es sinkt auf meine Augenlider
ein goldner Kindertraum hernieder.
Ich fühl's, ein Wunder ist geschehn.

Theodor Storm (1817 - 1888)





Zwei stimmungsvolle Gedichte von Joseph von Eichendorff mit Illustrationen:






Hier können Sie
Glockengeläut und eine Variation zu "Fröhliche Weihnacht überall" hören:





Video "Vom Himmel hoch da komm ich her"




Video "Es ist ein Ros entsprungen"




Video "O du fröhliche"




Video "Herbei, o ihr Gläub'gen" (Adeste fideles)
- Schönborn


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Video "Mystische Kirche Schönborn"




Video "Weihnachtliches Kloster Arnstein"













Aktion "Lebendiger Adventskalender" am 15. Dezember 2019



















Weihnachten in Frankreich



LA MESSE DE MINUIT
au Mont Saint Michel (1966/67)

Diese Mitternachtsmesse war damals etwas ganz Besonderes;
denn sie wurde via Eurovision in mehrere europäische Länder übertragen.
Die Übertragung des feierlichen Gottesdienstes vom Mont Saint Michel
an der Atlantikküste erforderte einen hohen technischen Aufwand.


Zum Ansehen des Videos auf das Foto des Mont Saint Michel - Turms klicken !





Weihnachten in Italien





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Dieser am Silvestertag überall in Deutschland zu hörende Wunsch wird sprachgeschichtlich auf zwei verschiedene Weisen gedeutet. Eine Meinung ist die, dass die Phrase auf das eingedeutschte hebräische Rosch ha-Schana ( = Kopf bzw. Anfang des Jahres) zurückgeht, die andere Meinung ist die, nach der der Wunsch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erstmals auftaucht, und zwar in der Bedeutung einer kleinen Reise, wobei damit ein sanftes Rutschen im Sinne von "gleiten" gemeint war, das sich zunächst auf eine Fahrt mit dem Schlitten bezogen haben soll. Der Übergang vom alten ins neue Jahr sollte demnach so mühelos erfolgen wie das Gleiten auf einem Schlitten.
Der 31. Dezember als Altjahrestag trägt den Namen Silvester (nur als Vorname auch Sylvester) in Erinnerung an den Todestag von Papst Silvester I. (+ 31. 12. 335). Die Assoziation mit dem Jahresende steht im Zusammenhang mit der gregorianischen Kalenderreform durch Papst Gregor XIII. im Jahr 1582, die den julianischen Kalender ablöste und nach der der letzte Tag des Jahres vom 24. auf den 31. Dezember verlegt wurde. Silvester war Zeitgenosse von Kaiser Konstantin I., der auch als Konstantin der Große in die Geschichte einging. Im Jahr 313 führte er im ganzen Imperium Romanum die Religionsfreiheit ein, wobei er das Christentum privilegierte. Bis zur Einführung der Religionsfreiheit mussten sich die ersten Christen bekanntlich in den Katakomben Roms heimlich versammeln. Silvester wurde in den Priscilla-Katakomben an der Via Salaria beigesetzt. Seine Reliquien wurden jedoch im 8. Jahrhundert in die römische Kirche San Silvestro in Capite überführt.
Kleeblatt
Fliegenpilz
Hufeisen
Glücksbringer zum neuen Jahr
Diese Glückssymbole sind zwar auch heute noch gebräuchlich, der (Aber-)Glaube an ihre Kraft ist natürlich schon vor langer Zeit verloren gegangen.
Das vierblättrige Kleeblatt war deshalb etwas Besonderes, weil es in der freien Natur so selten vorkommt. Der Legende nach soll Eva bei der Vertreibung aus dem Paradies ein solches Blatt mitgenommen haben. Wer also ein solches Blatt findet, dem wird der Überlieferung nach ein Stück vom Paradies zuteil. Es weist übrigens von der Form her auch eine Ähnlichkeit zum griechischen Kreuz mit vier gleich langen Seiten auf.
Schon seitdem die alten Griechen das Beschlagen der Pferde vornahmen, gilt das Hufeisen als Glücksbringer. Um zu verhindern, dass das Glück unten herausfällt, muss das Hufeisen mit der Öffnung nach oben aufgehängt werden. Weil es die Form eines C hat, kann es auch als Abkürzung für das Wort Christus gelten.
Der giftige rote Fliegenpilz als Glücksbringer ( Glückspilz) entstammt dem Hexenglauben der nordischen Sagenwelt. Unter einem Glückspilz versteht man einen Emporkömmling, der wie ein Pilz aus dem Nichts aufschießt.

Versucht man, den Begriff "Glück" zu definieren, so kann man sagen, dass es sich dabei um ein zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände handelt. Das Streben nach Glück ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon der altgriechische Universalgelehrte Aristoteles behauptete: "Alle Menschen möchten glücklich sein".

Was unter Glück zu verstehen ist, ist von Mensch zu Mensch verschieden und sehr facettenreich. Sind Schönheit, Reichtum oder Intelligenz das wahre Glück? Für den einen ist der hohe Lottogewinn oder das Erreichen einer Spitzenposition das große Glück, für den anderen bedeutet vielleicht eine überstandene schwere Krankheit oder wiedererlangte Gehfähigkeit oder Schmerzfreiheit Glück. Nicht zu vergessen sind die gegenteiligen Wörter "Unglück" und "verunglücken". Fast jedem bekannt ist der Begriff "Glückshormone", von denen es sechs an der Zahl in unserem Körper gibt. Für unser Glücksempfinden ist das Dopamin ( Doping) der entscheidende Botenstoff. [Von Botenstoff spricht man ja auch im Zusammemnhang mit der Corona-Impfung. Hier gibt es die mRNA, also die messenger RNA.]
Selbst in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 wird das Glück als Menschenrecht angesprochen: pursuit of happiness.

Zitat des Psychoanalytikers Sigmund Freud:

"Glück ist dann anzunehmen, wenn das Schicksal nicht alle seine Drohungen gleich verwirklicht."

Bibel-Zitat aus Prediger 7, 14 (AT):

Wenn es dir gut geht, dann freu dich über dein Glück, und wenn es dir schlecht geht, dann bedenke: Gott schickt dir beides, und du weißt nie, was die Zukunft bringen wird.

Ein altes Sprichwort:

Willst du glücklich sein im Leben,
trage bei zu andrer Glück;
denn die Freude, die wir geben,
kehrt ins eig'ne Herz zurück.




Das Glück von Gottes Nähe


Bei allem, was die Bibel ist, eine Anleitung zum Glücklichsein scheint sie nicht zu sein. Der Unterschied zur gängigen Ratgeberliteratur liegt auf der Hand. Während ich da oft gar nicht mal so schlechte Tipps finde, wie das Glück zu erreichen ist oder zumindest ein Stück davon auch für mich Wirklichkeit werden kann, tun sich die beiden Testamente schwer, das Wort Glück überhaupt zu verwenden. Und doch finden sich an einer Stelle der Bibel Sätze, die wie kaum ein anderer Text davon sprechen, wer glücklich zu nennen ist. Das sind die "Seligpreisungen" am Anfang der Bergpredigt Jesu.

Jesus lehrte sie und sprach:

Glücklich sind, die arm im Geist sind; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Glücklich sind, die trauern; denn sie sollen getröstet werden.
Glücklich die Sanftmütigen; denn sie werden die Erde besitzen.
Glücklich, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Glücklich sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erfahren. Vergleiche Jahreslosung 2021
Glücklich die im Herzen Reinen; denn sie werden Gott schauen.
Glücklich sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Glücklich, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Aus dem Matthäusevangelium (Kapitel 5)

Die "Glücklichpreisungen", wie sie auch genannt werden, gehören zum Kern der Botschaft des Jesus von Nazareth. Allerdings klingen sie so befremdlich, ja geradezu verrückt in unseren Ohren, dass sie nicht sehr populär sind. Wer wird da als glücklich aufgezählt? Die Einfältigen, die Naiven, die Leidenden, die Schwachen, die Verfolgten - diese in unseren Augen ausgesprochen unglücklichen und vom Leben benachteiligten Menschen nennt Jesus glücklich. Die Sätze stehen quer zu allen gängigen Vorstellungen damals wie heute. Schon zu Jesu Zeiten hielt man für glücklich und von Gott gesegnet, wer Erfolg, Gesundheit und Wohlstand auf seiner Seite hatte. Und dass das Glück die Tüchtigen belohnt, davon redet der Volksmund heute noch.

Zynischer Jesus?

Wenn Jesus den Trauernden und Mühseligen zuruft, dass sie doch glücklich, ja glückselig sind, und wenn er ihnen Himmel und Erde zuspricht, dann klingt das geradezu zynisch. Erst wer sich die Zeit für einen zweiten Blick auf diese einigermaßen absurden Glücklichpreisungen der Bergpredigt nimmt, kann feststellen, dass in Jesu Augen das Glück nicht einfach darin liegt zu trauern oder verfolgt zu werden. Das Glück erfährst du , wenn du getröstet wirst und Barmherzigkeit erfährst. Jesus nennt die glücklich, die sich als Gottes Tochter oder Sohn sehen und sich bei ihm zu Hause zu fühlen. Das Glück liegt für Jesus nicht darin, irgendetwas an sich zu raffen und als Auszeichnung sozusagen auf dem eigenen Habenkonto festhalten zu wollen. Glück und Seligkeit erfahren vielmehr die Menschen, die Gott spüren und seine Gnade, seinen Trost, seine Gerechtigkeit bereits erfahren können.

Glücklicher Jesus

Ich glaube, dass genau darum Jesus von Nazareth selber glücklich war, der "glücklichste Mensch, der je gelebt hat" (Dorothee Sölle). Er hatte Gott so nahe bei sich, ja in sich, dass er an nichts anderem festhalten musste, weder an Besitz, noch an seiner Herkunft, noch nicht mal an seinem Leben. Jesus war so selbst-los, dass nur die wenigsten darin ein gelingendes, glückliches Leben sehen konnten. Und doch war es genau dies.

Denn unter Glück versteht die Bibel offensichtlich etwas anderes als die Abwesenheit von Leiden, Trauer und Armut. Von Glück spricht das Evangelium, wenn Gottes Nähe erlebt wird. Und dafür sind Menschen gerade dann am empfindsamsten, wenn sie barmherzig sind und gewaltlos, wenn sie sich ohne alle weiteren Absichten nach Gott und seiner Gerechtigkeit sehnen.

Text von Pfarrer Helwig Wegner-Nord in "echt" 4 / 2004
Helwig Wegner-Nord leitete das Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Frankfurt am Main. Er ist Rundfunkautor und gehörte zum "Wort zum Sonntag"-Team der ARD.