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Kirche und Kirchhof (Friedhof) befinden sich oben links, wo Kirchstraße und Kreuzstraße aufeinanderstoßen.


Blick auf den historischen Kern Schönborns
 

Der Der Lahn -Taunus im Hintergrund. Jenseits des rechten Lahnufers der Westerwald. Der Lahn - Taunus im Hintergrund. Jenseits des rechten Lahnufers der Westerwald. Der Kirchberg Der Kirchberg Das 1898 quer zum ursprünglichen umgebaute Kirchenschiff Ehemaliger Boos'scher Hof. Hier stand einst das Haus der Herren von Schönborn. Historischer Grenzstein mit dem Wappen der Boos von Waldeck Alte Schule von Schönborn. 1739 erbaut, später erweitert und bis 1931 benutzt. Erweiterungsbau der alten Schule aus dem Jahr 1829 Der Kirchberg Das Unterdorf Der 1688 renovierte, jedoch bereits früher erbaute Glockenturm.  Inschrift: "NOMEN DOMINI TURRIS FORTISSIMA"

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Der Lahn -Taunus im Hintergrund. Jenseits des rechten Lahnufers der Westerwald. Der Lahn - Taunus im Hintergrund. Jenseits des rechten Lahnufers der Westerwald. Der Kirchberg Der Kirchberg Das 1898 quer zum ursprünglichen umgebaute Kirchenschiff Ehemaliger Boos'scher Hof. Hier stand einst das Haus der Herren von Schönborn. Historischer Grenzstein mit dem Wappen der Boos von Waldeck Alte Schule von Schönborn. 1739 erbaut, später erweitert und bis 1931 benutzt. Erweiterungsbau der alten Schule aus dem Jahr 1829 Der Kirchberg Das Unterdorf Der 1688 renovierte, jedoch bereits früher erbaute Glockenturm.  Inschrift: "NOMEN DOMINI TURRIS FORTISSIMA"

 

 

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Foto - Impressionen rund um die Kirche

 

 

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Ehemaliges Pfarrhaus,
das bis 31.7.2013 im Obergeschoss von den ortsansässigen Pfarrern bewohnt war


Seit Jahresanfang 2014 (Fusion von Schönborn mit Cramberg - Habenscheid) wird nur noch der Gemeinderaum und das einmal wöchentlich besetzte Amtszimmer im Erdgeschoss benutzt.
Das alte Pfarrhaus aus dem Jahr 1614 stand bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Es war nach vielen vorausgegangenen Reparaturarbeiten im Laufe der fast 300 Jahre so baufällig geworden, dass man im Jahr 1904 beschloss, es abzureißen und an fast gleicher Stelle ein neues Pfarrhaus zu bauen. Baubeginn war im Oktober 1907. Erst am 31. März 1909 war der Neubau vollendet.


Zur Geschichte der Kirche

(aus der Dorfchronik "Schönborn"/Rudolf Herold und weiteren Erkenntnissen von Dorfchronist Dieter Maxeiner)

Ursprünglich war fast ganz Nassau der Erzdiözese Mainz unterstellt. Im 11. und 12. Jahrhundert ging das Gebiet an der Lahn und auf dem mittleren Taunus an die Oberhoheit der Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius, Dietkirchen über. Ihm war unter anderem das Landkapitel Kirberg unterstellt, zu dem in unserem Raum Dörsdorf, Klingelbach und Schönborn gehörten.
Über die Anfänge kirchlichen Lebens in Schönborn weiß man nur wenig. So ist auch nicht überliefert, wann die erste Kapelle in Schönborn erbaut wurde. Sie soll ein frühromanischer Bau gewesen sein, der älter war als die erste Erwähnung im Jahr 1349 in einer Urkunde des Klosters Bärbach vermuten lässt. Man nimmt an, dass die nassauischen Ministerialen von Schönborn, die nach 1250 im Dienst der Grafen von Katzenelnbogen standen, diese erste Kapelle haben errichten lassen.

Aus der ältesten Urkunde vom 16.3.1432 ist zu schließen, dass die von Schönborn das Präsentationsrecht (Vorschlagsrecht) besaßen. Danach schlugen Ritter Gilbert von Schönborn und die Knappen Gilbert und Wilhelm dem Archidiakonus in Dietkirchen Werner von Stein für die durch Verzichtleistung erledigte Pfarrei Schönborn durch Christian Rytpatt den Kleriker Johann, Sohn des Hello von Klingelbach, vor.

Um 1530 wurde Schönborn evangelisch. Wann die alte Kirche erbaut worden ist, lässt sich nicht sagen. So schreibt Georg Friedrich Linck im Jahr 1731: "Wer und wann die Kirch' hierselbst erbaut, kann man so eigentlich nicht wißen, außer daß an der Kirchthür die Jahreszahl 1634 in Holtz eingehauen stehet."

In einem alten Dokument, das mit "Johanneß Erff im Nahmen der Gemein / Paulus Han" unterschrieben wurde, ist zu lesen: "Reparirung des Kirchenthurms zu Schönborn de Ao. 1687 und 88". Dabei wurde aber den Aufzeichnungen zufolge nur das Kirchturmdach, also die Haube, erneuert, nicht aber das darunter befindliche Mauerwerk. Man liest davon, dass Ankerlöcher gebrochen und wieder zugemacht werden mussten und die Thurmmauer (nur) auszubessern war, von Kosten für den Leyendecker und vom Creutzaufstecken. Unter Berücksichtigung dieser Erwähnungen einschließlich der aufgeführten Kosten muss also der aus Bruchsteinen bestehende untere Teil des Turms noch aus der Zeit vor 1688 stammen.

Am 3. Oktober 1897, dem Erntedanktag, fand der letzte Gottesdienst in dieser alten Kirche statt, die man zur Erneuerung des Kirchenschiffs teilweise abriss. Am 5.Oktober 1897 begann das Ausräumen und am 7.10. der Abbruch. Der alte Turm und der ehemalige Altarraum wurden in das Projekt einbezogen, weil sie noch in gutem Zustand waren. Das neue Kirchenschiff wurde quer zum alten Kirchenschiff gebaut. Der ehemalige Altarraum, der als seitliche Nische seit 1920 die Gedenktafeln für die im Krieg gefallenen Soldaten und Vermissten enthält, steht dem Turm gegenüber. Innerhalb eines Jahres war der Umbau vollzogen. Die Einweihung der neuen Kirche erfolgte am 13.November 1898 mit einem Festgottesdienst.
Am 10. Februar 1924 wurden zwei neue Glocken ihrer Bestimmung übergeben.

Bei der Renovierung im Jahre 1963 wurde etwas zu gründlich renoviert, indem man die Wandgemälde, die sich an der hinter dem Altar befindlichen Wand und in der seitlichen Nische mit den Gedenktafeln befanden, überstrich. Die letzte Renovierung fand im Jahr 2000 statt. Der vorher alles dominierende Grauton verschwand. Gelbe bis braune Farbtöne und Holz bestimmen jetzt das Bild. Der Festgottesdienst zur Einweihung der abermals renovierten Kirche fand am 2. April 2000 statt.* Die Predigt hatte das Gleichnis vom Senfkorn (Markus 4,30-32) zum Inhalt.

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Die zwei evangelischen Schönborner Kirchen

(uniert - lutherisch)

Ev. - Luth. Kapelle

Erwähnenswert ist noch die Tatsache,dass sich in unmittelbarer Nähe der beschriebenen Kirche eine zweite, kleinere Kirche befindet. Sie dient der lutherischen Gemeinde als Gotteshaus.- Entstehungsgeschichtlich geht sie auf das Jahr 1860 zurück. Die Kapelle selbst wurde in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts errichtet.
Wie kommt es nun aber, dass in einem kleinen Dorf wie Schönborn zwei evangelische Kirchen stehen?
Die nassauische Union wurde 1817 aus Lutheranern und Reformierten gebildet. Als aber der Unionskatechismus erschien, in dem die Person Christi vielen nicht deutlich genug als Gottes Sohn behandelt wurde, begann bei den noch streng lutherisch Gesinnten eine geheime Opposition, die nach einer Reihe von Jahren 1846 auf einem Konvent von Steeden (liegt bei Limburg) unter der Leitung des Kaplans F. Brunn von Runkel dahin führte, dass die Missgestimmten ihren Austritt aus der nassauischen Unionskirche erklärten und die altlutherische Gemeinde bildeten. Pfarrer Bode, der von 1851 bis 1860 Pfarrer in Schönborn war und aus dem Königreich Hannover kam, war von Haus aus Lutheraner und stand der nassauischen Union kühl, wenn nicht ablehnend gegenüber. Sein Wunsch, dass die Gemeinde Schönborn sich dem Konvent zu Steeden anschließen würde, ging nach seiner Versetzung nicht in Erfüllung. Es traten nur wenige Familien diesem Konvent bei. Sie errichteten dann in den 80-er Jahren des 19. Jahrhunderts ein eigenes Bethaus und wurden zunächst von Steeden, später von Wiesbaden aus als Diaspora-Gemeinde betreut. Der Wiesbadener Pfarrer wurde in Zollhaus abgeholt und übernachtete sogar im Altarraum der Kapelle. Seit etlichen Jahren werden die Schönborner Lutheraner von der Selbständigen Ev.-Luth. St. Johannes-Gemeinde Limburg1)aus betreut. [Das Bundesland Hessen verkaufte die St. Johannes-Kapelle, die zwischen 1322 und 1324 als Kapelle eines ehemaligen Zisterzienserklosters erbaut wurde und sich in unmittelbarer Nähe der alten Limburger Lahnbrücke befindet, im Jahr 2002 an die SELK Limburg, nachdem sie zuvor nur angemietet war. Von 1830 bis 1866 war sie die Kirche der landeskirchlichen evangelischen Gemeinde, von 1866 bis 1903 diente sie der jüdischen Gemeinde als Synagoge.] Gottesdienste finden inzwischen in der kleinen Schönborner Kirche nicht mehr statt. Hausgottesdienste werden jedoch nach vorheriger Absprache gehalten. In Bad Ems findet nur einmal im Monat ein Hausgottesdienst statt. In der Bechtheimer Kapelle, die auch von der kath. Kirche genutzt wird, ist zweimal im Monat Gottesdienst.

1)Selbständige Evangelisch - Lutherische Kirche (SELK)
Evangelisch-Lutherische St. Johannes-Gemeinde Limburg/Lahn

(Limburg, Bad Ems, Bechtheim, Schönborn)

 

Altar

Auf dem weißen Altar-Parament ist ein Osterlamm mit Siegesfahne zu sehen.

Innenraum

- Gesamtansicht -

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Segnender Christus

Kopie einer Statue des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen


 

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 Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Thomas, Leipzig

Klosterruine Bärbach  (bei Schönborn)

Hier hat vor langer Zeit ein Einsiedler namens Gottschalk in einer Klause gelebt, der als Stifter des Klosters gilt. In einer Stiftungsurkunde des Grafen Gerlach von Nassau aus dem Jahr 1334 taucht der Name "Berbach" erstmals auf.* Die Kirche von Bärbach wird 1348 zum ersten Mal genannt. Das Klarissinnenkloster hieß "Monasterium Sancti Salvatoris in Berpach" (Kloster des Heiligen Erlösers in Berbach). Durch Schenkungen und Ankauf von Land und Weinbergen im Aartal, im Limburger Becken und an der Lahn wurde das Kloster wohlhabend. Beim Aussterben des Grafengeschlechts der Katzenelnbogener im Jahr 1479 fiel das Kloster an Hessen. Bereits 1526 ließ Philipp von Hessen hier erstmals evangelisch predigen.
Im Laufe der Jahrhunderte ist das Kloster nach und nach verfallen. Nur noch einige Mauerreste erinnern heute an das einstige Kloster. Die alte Klosterglocke hängt heute in der evangelischen Kirche von Wasenbach. Im Jahr 1802 kam Bärbach mit dem Amt Katzenelnbogen in nassauischen Besitz.

*In der Stiftungsurkunde heißt es:  "Ich, Graf Gerlach von Nassau, will zu aller Kenntnis gelangen lassen, dass ich zum Heil meiner und meiner Eltern Seelen beschlossen habe, dass in der Fuchsenhöhle [liegt zwischen Schönborn und Birlenbach] im Bezirk meiner Gerichtsbarkeit eine Kirche (Kapelle) erbaut wird, dass alle Äcker und Wiesen am Ufer des Berbachs im oberen Teil bis zur Limburger Straße und im unteren Teil bis zu seiner Grenze dazu gehören und dass die, die dort Gott dienen, ihren genügenden Lebensunterhalt haben und dass ich im ewigen Leben mit meinen Eltern einen immerwährenden Lohn empfangen werde. Zur Bezeugung dieses Testaments drücke ich mein und meiner Eltern Siegel bei. Im Jahre des Herrn 1334."
 

 

Giebelwand des Klostergebäudes und nördliche Seitenwand der Klosterkirche
Kamin des Klostergebäudes

 

Das Klarissenkloster Bärbach


Von Gründung, Aufstieg, Niedergang und Auflösung des Klosters berichten 300 Urkunden, die Dr. Wolf Heino Struck in den "Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn" zusammengestellt hat, u.a.

1334 Gründung des Klosters
Der Eremit Bruder Gottschalk errichtet "ein Bethaus oder Kloster, wo er einen Nonnenkonvent der heiligen Klara einzurichten wünscht, allein von den Almosen der Christgläubigen in dem Hain Bussenhelde [Fuchsenhell] beim Dorf Habenscheid."

"Graf Gerlach von Nassau und Graf Wilhelm von Katzenelnbogen übertragen zu ihrem und ihrer Eltern Seelenheil dem Kloster in der Fohssenhelden [Fuchsenhell], das kostspielig und löblich begonnen und noch weiter zu erbauen ist, alle Äcker und Gesträuche, die sich am Bärbach am Oberlauf bis zur Limburger Straße und am Unterlauf bis zur Mündung erstrecken, sowie den Hain, der unter dem Weg von [Nieder]Neisen zum Dorf Habichenscheit [Habenscheid] gelegen ist, damit die dort Lebenden und Gott Dienenden reichlicheren Lebensunterhalt haben und die Aussteller im zukünftigen Leben ewige Belohnung erlangen."

1335 Im Kloster befinden sich bereits acht Nonnen in der Ordenstracht der Hl. Klara.

1343 Gräfin Anna von Nassau-Hadamar bezeichnet sich als Begründerin, vermittelt feste Verbindung zum St. Klarenorden.

1344 Bruder Gottschalk vertritt das Kloster als "Procurator der Meisterin und des Konvents der Nonnen vom Orden der heiligen Klara im Kloster St. Salvators zu Berpach".

"Gottschalk, armer Diener Gottes", bittet Erzbischof Balduin von Trier, das Kloster und den Friedhof zu weihen.

1344 Äbtissin Aleyt bekundet, dass sie den Hof zu Habenscheid und einen Weingarten zu Cramberg vom Kloster Arnstein gegen 7 Malter Korngülte zu Erbrecht erhalten hat.

Im Lauf der Zeit erwirbt das Kloster durch Schenkungen und Käufe umfangreichen Besitz, u.a.
Höfe in Schönborn, Steinsberg, Allendorf, Klingelbach, Birlenbach, Freiendiez, Holzheim, Hahnstätten, Heringen, und Rückershausen.
Weingärten in Steinsberg, Cramberg, Freiendiez, Burgschwalbach, Laurenburg, Nassau, Dausenau, Lorch und Pfaffendorf sowie
Häuser in Limburg, Lorch und Koblenz.

Auch die Höfe in Oberschauferts und Niederschauferts (heute Hof Schauferts) gelangen nach und nach vollständig in den Besitz des Klosters.

1526 Landgraf Philipp der Großmütige führt die Reformation ein und lässt evangelisch predigen. Das Kloster Bärbach besteht aber weiter.

1537 Die Nonnen tragen kein Ordenshabit mehr.

1544 Äbtissin Irmgard bittet den Landgrafen, im Kloster bleiben und einige Kinder vom Adel zu sich nehmen zu dürfen.

1548 Äbtissin Irmgard von Staffel verleiht den Klosterhof an Peter Schnatz von Schönborn und dessen Frau Mergen auf 12 Jahre gegen die Hälfte des Ertrags.

1566 Die noch verbliebenen Nonnen werden abgefunden und verlassen das Kloster, z. B. "Catharina, Henrich Hilts Tochter von Zeuzheim, bekundet, dass sie vor Jahren von ihren Eltern in das Kloster getan wurde, dass Landgraf Philipp der Ältere den Orden als verdächtig, ärgerlich und Gottes Wort ungemäß abschaffte und dass sie, die nichts an Geld und Gut ins Kloster brachte, 12 Gulden zum Verzicht und Abzug erhalten hat."

Die gesamte Wirtschaft untersteht dem landgräflichen Keller (Verwalter).

1567 Landgraf Philipp der Jüngere bekundet, dass sein Vater das Kloster Bärbach "aus erheblichen Ursachen" eingezogen hat und dass es nunmehr an ihn gelangt ist.

Die Gefälle (Einkünfte) des Klosters werden zum Spital Gronau und zur Unterhaltung von Pfarrern verwendet.
Die Weingärten zu Cramberg und Steinsberg und andere Güter werden verkauft.
Der Klosterhof Bärbach wird ebenso wie der Hof Schauferts als Herrschaftlicher Hof verpachtet.

Die Klosteranlage wird nicht mehr gebraucht und verfällt. Teile werden in die Hofanlage mit einbezogen.

1842 Die östliche Giebelwand der Klosterkirche wird wegen Baufälligkeit abgerissen.

1952 Die westliche Giebelwand der Kirchenruine stürzt ein.

1987 Die verbliebenen Reste der Klosterruine werden restauriert.

Text: Dieter Maxeiner

 

Bärbacher Mühle - früher
Bärbacher Mühle - heutige Ruine unterhalb des Apfelhofs

 

Die Höfe in der Bärbach

1567 Der ehemalige Klosterhof und die Mühle werden geteilt und an die beiden Hofleute Kunz Schnatz aus Schönborn und Balthasar Preußer aus Steinsberg verliehen gegen eine Pacht von je
20 Limburger Malter Korn, 15 Ml. Hafer, ½ Ml. Erbsen, 1 fettes Schwein, 2 Hämmel, 2 Gänse, 4 Hähne, je 1 Wagen Heu u. Stroh und ein Drittel vom Obstertrag

Im Dreißigjährigen Krieg kommt es in unserer Gegend zu großen Verwüstungen.
Viele Orte, auch die Bärbach, sind entvölkert und liegen wüst.
1635 notiert der Gerichtsschreiber Marx Behm in Katzenelnbogen:
"Alhie ist ein großer Jammer, den nicht allein ein großer Hunger sondern eß liegen fast die noch ubrigen Underthanen alle kranck undt seindt alhie mehr nicht als vier gesundter Bürger."

Zum Ende des Krieges versucht man in der Bärbach einen Neuanfang.
Es fehlen die nötigen Mittel und die Hofleute wechseln rasch.

um 1677 Hans Jacob Scherer, ein Reformierter aus der Schweiz, wird Pächter.

1706 Mathias Schmidt und Hans Jacob Scherer erhalten den Hof gemeinschaftlich auf
6 Jahre gegen eine Pacht von 47 Malter Korn, 36 Ml. Hafer, 1 Ml Erbsen, 2 fette Schweine, 4 Weidhämmel,4 Gänse und 8 Hähne.

Seitdem wird der Hof Bärbach immer wieder an diese beiden Hofleute bzw. ihre Söhne und Schwiegersöhne und deren Nachkommen verpachtet.

1713 Joh. Adam Schmidt, der älteste Sohn des Mathias Schmidt, heiratet 1711 Maria Elisabetha Scherer, die Enkelin von Hans Jacob Scherer, und wird 1713 Mitpächter.
Hausname: Aorms Klosterhof

1731 Der Fürstlich Darmstädtische Jäger Joh. Henrich Schmidt, Sohn des Mathias Schmidt, wird Mitpächter Hausname: Jäersch Jägerhof

1737 Der Küfer Joh. Adam Fischer aus Steinsberg heiratet 1733 Maria Dorothea Schwarz, eine Enkelin des Mathias Schmidt, und wird Hofmann.
Hausname: Bennersch Brunnenhof

1773 Georg Henrich Neuzerling heiratet 1772 Catharina Margaretha Schmidt, ebenfalls eine
Enkelin des Mathias Schmidt, und wird Hofmann.
Hausname: Näizlinge Waldhof

1839 Johann Adam Gasteier aus Wasenbach heiratet 1809 Henrietta Catharina Scherer, Ururenkelin das Hans Jacob Scherer, und wird Hofmann.
Hausname: Gasteiersch oder Piddersch Klosterhof

1848 Bärbach erhält die erste Wasserleitung; nachdem der Stollen der Grube Rotenberg den Bärbacher Brunnen das Wasser abgegraben hat.

1873 Das Königlich Preußische Forsthaus Bärbach wird gebaut.

1899 Die fünf Pächter übernehmen ihre Höfe mit einem Rentengutsvertrag.

1922 Karl Meyer aus Berghausen heiratet 1918 Johannette Auguste Schmidt.
Hausname: Aorms oder Majersch Klosterhof

Heute leben noch in drei der fünf Höfe Nachkommen der Hofleute Hans Jacob Scherer und Mathias Schmidt.

 

Bärbacher Mühle

Etwa 750 Meter von hier (= Standort Mühlhof) talabwärts stehen unterhalb vom Apfelhof die Ruinen der Bärbacher Mühle versteckt unter Bäumen und Gestrüpp.

1567 Kunz Schnatz erhält neben dem halben Hof Bärbach auch die halbe Mühle in Leihe.

1697 Gerhart Thorn aus Schönborn erhält den "öden Mühlplatz" mit 15 Morgen Feld und
2 Morgen Wiesen für jährlich 8 Malter Korn und 1 fl Wasserzins in Erbpacht und errichtet bis 1700 eine neue Mühle mit Wohnhaus.
Auf diesem "öden Mühlplatz" stand wohl früher die Mühle des Klosters Bärbach.
Ob es sich dabei um die bereits 1357 und 1395 erwähnte Klostermühle "im Gericht zu Wasenbach" handelt, ist fraglich.

Der geringe Wasserlauf des Bärbach lässt auf Dauer keinen rentablen Mühlenbetrieb zu.

1730 Nach dem Tod des Gerhart Thorn übernimmt sein jüngster Sohn Johann Peter die Mühle, kann sie aber nicht halten.
1735 Er tauscht mit seinem Bruder Johann Georg und dieser übernimmt die Mühle.

1742 Joh. Georg kann ebenfalls die Mühle nicht halten und verkauft sie für 500 fl an den Bärbacher Förster und Hofmann Joh. Henrich Schmidt.

1769 Joh. Henrich Schmidts Sohn Georg Henrich übernimmt die Mühle.
Er ist als Förster und Hofmann voll beschäftigt und nutzt nur das Land sowie Scheune und Stall auf dem Mühlgrundstück. Die Mühle wird verpachtet und verfällt nach und nach. Seit 1777 steht die Mühle steht still. Der Weiher wird als Wiese genutzt.

1792 Georg Henrich Schmidt übergibt die Mühle an seinen Sohn Ludwig Christian.
Mühle und Mahlgeschirr sind völlig verfallen.

1815 Der Neubau der Mühle ist vollendet. Ein neuer Weiher wird dicht bei der Mühle angelegt.

1870 Joh. Friedrich Schmidt löst die Erbleihe gegen Zahlung von 815 Talern ab.

1935 Der letzte Müller Heinrich Ludwig Schmidt stirbt bei einem Unfall an der Dreschmaschine.
1938 Die Mühle wird aufgegeben; die Witwe Antonie Schmidt und ihre Kinder Willi und Hedwig ziehen auf den neuen Hof (heute Apfelhof).

1968 Franz Mauthe und Hedwig geb. Schmidt bauen im Rahmen der Flurbereinigung einen neuen Hof an der Kreisstraße (heute Mühlhof).

Text: Dieter Maxeiner

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*Anekdote
 an Don Camillo und Peppone erinnernd

Der Festgottesdienst zur Einweihungsfeier der renovierten Kirche im April 2000 war gerade zu Ende und die Gottesdienst-Besucher strömten samt der anwesenden Geistlichkeit eilends zum nahe gelegenen Gasthaus um dort an einem kleinen Empfang teilzunehmen, der auch das leibliche Wohl nicht außer Acht ließ. Das Gotteshaus wurde abgeschlossen und in dem Gasthaus wurden bereits die ersten Grußworte gesprochen  bzw. Reden gehalten, aber noch niemand hatte bemerkt, dass einer, der auch eine Rede halten wollte, fehlte.
Wie erstaunt waren die Gäste, als sich plötzlich einer der Anwesenden wunderte, dass von der abgeschlossenen, vermeintlich bis auf das Mobiliar leeren Kirche noch einmal volles Geläut ertönte. Das konnte doch nicht mit rechten Dingen zugehen. In der Tat! Als man nämlich zur Kirche ging um einmal nachzusehen, was los sei, stellte sich beim Aufschließen der Kirchentür heraus, dass Verbandsgemeinde-Bürgermeister H.Gemmer und Organist W. Jakupka unbemerkt in der Kirche eingeschlossen worden waren. Der Bürgermeister war noch einmal zur Orgel hochgegangen um sich diese anzusehen. Und schon war es passiert! Da der Bürgermeister sein Handy im Auto zurückgelassen hatte und der Organist keinen Schlüssel bei sich trug, kamen die beiden nach mehrminütigem Beratungsgespräch auf die Idee noch einmal das Läutewerk einzuschalten. Mit Erfolg! Nach etwa einer guten Viertelstunde waren die beiden aus dem "Gefängnis" befreit.

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Standort des Grenzsteins Aufgang zur Kirche Standort des Grenzsteins Boos'sches Haus Standort des Grenzsteins Aufgang zur Kirche Boos'sches Haus

Der ehemalige von Boos'sche Hof
vor dem Aufgang zur Kirche

Vor diesem Gebäude ist noch ein alter Grenzstein mit dem Wappen der Boos von Waldeck zu sehen.
Wenn Sie mit der Maus am unteren Bildrand entlangfahren, finden Sie die Stelle.

 

Die drei Gürtelschnallen

Vergleichen Sie hierzu das Ortswappen von Wasenbach!
 

Der auf dem Grundstück des heutigen Hauseigentümers gefundene Grenzstein aus der Abgrenzung des Gehöfts (> Zehnthof) soll etwa aus dem Jahr 1800 stammen. Auf seiner Vorderseite sieht man ein wie ein Schild gearbeitetes mit einer Krone geschmücktes Wappen, auf dem drei von links oben nach rechts unten verlaufende Gürtelschnallen zu erkennen sind. Es handelt sich hierbei um das Wappen der Boos von Waldeck. Die Boos von Waldeck stammten aus dem Hunsrück von der Burg Waldeck im Baybachtal.*
Auf der Burgruine Waldeck entstand 1921 der "Nerother Wandervogel". Die Boos von Waldeck hatten weiteren Besitz in Koblenz, in Altorf bei Landau, Burg Montfort bei Rockenhausen im Alsenztal sowie in Osterspai am Rhein.

* Die Burg Waldeck liegt etwa nordöstlich von Kastellaun in der Nähe von Beltheim im Hunsrück. Wenn Sie Beltheim auf der Karte gefunden haben und dort mit der Maus feinfühlig suchen, finden Sie die genaue Position der Burg Waldeck.

Burg Waldeck bei Dorweiler Flughafen  Frankfurt - Hahn Simmern, Kreisstadt des Rhein-Hunsrück-Kreises  (Sehenswürdigkeit: der Schinderhannes  - Turm)

Quelle: DIERCKE Grundschulatlas Rhld.-Pfalz
(mit freundlicher Genehmigung des Westermann-Schulbuchverlags)

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