1094 -1096

Erbauung der Burg Katzenelnbogen durch den Adligen Heinrich I.

1540

Die Stammburg wird durch ein Feuer zerstört

1584

Der Edle von der Leyen lässt das heute noch stehende "feste"* Haus bauen, das "Katzenelnbogener Schloss" genannt wird

*"feste" bedeutet aus festem Material, also - im Gegensatz zur Holzbauweise - aus Stein



Festzug-Wagen

19. Juli 1312

Kaiser Heinrich VII. verleiht in Rom Katzenelnbogen die Stadt- und Marktrechte

1816

kommt K. zum Herzogtum Nassau und die Nassauer erkennen die Stadtrechte wieder ab. Es bleibt aber Marktflecken.

1962

zur 650-Jahrfeier werden K. vom damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Peter Altmeier die Stadtrechte wieder zurückgegeben



Wenn Sie links auf die Krone klicken, sehen Sie ein gut 6-minütiges Video zu den Katzenelnbogener Fachwerkhäusern mit dem Titel "Katzenelnbogener Schmuckstücke".

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Fenster in der Grundschule Katzenelnbogen




1312 erhält Katzenelnbogen Stadtrecht


Walther von der Vogelweide
Graf Diether II. von Katzenelnbogen
Neben der Realpolitik waren die Grafen von Katzenelnbogen auch Förderer von Kunst und Kultur. Der Minnesänger Walther von der Vogelweide umwirbt Graf Diether III. geradezu, und dieser wird zum Förderer eines bedeutenden deutschen Lyrikers des Mittelalters, der in mittelhochdeutscher Sprache dichtete. Walther von der Vogelweide wurde vermutlich zwischen 1160 und 1170 in Österreich geboren, und man nimmt an, dass er 1228 gestorben ist und in Würzburg beerdigt wurde. Er schreibt: ich bin dem Bogenaere holtgar ane gäbe und ane solt (Dem Bogner bin ich auch ohne Gabe und Sold gewogen.)


19. Juli 1962 - 650 Jahre
Wiederverleihung der Stadtrechte
Der Ministerpräsident
von Rheinland-Pfalz
Dr. h.c. Altmeier
überreicht dem Bürgermeister
von Katzenelnbogen
M.d.B. Stauch
am 25. Aug. 1962 die Urkunde
Die Glasbilder wurden nach Entwürfen des Diezer Grafikers Ernst Thrun gefertigt, der auch das Wappen des Rhein-Lahn-Kreises entworfen hat.

Lahnzeitung vom 24.9.1968
mit freundlicher Genehmigung der Rhein - Zeitung




Robert
Stauch


1898 - 1981

Unser Bundestagsabgeordneter und erneuter Kandidat
beim Spaziergang mit dem Bundeskanzler [Adenauer]
im [Bonner] Palais Schaumburg
Robert Stauch wurde 1933 zum Bürgermeister von Katzenelnbogen gewählt und bekleidete dieses Amt mit Ausnahme der Jahre 1946-48 bis zum Jahr 1969. 1949 wurde er als CDU-Abgeordneter in den ersten Deutschen Bundestag gewählt und gehörte diesem für vier Legislaturperioden an, d.h. also bis 1965. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes, das ihm vom damaligen Bundestags-präsidenten Dr. Eugen Gerstenmeyer überreicht wurde. Schon 1936 wurde auf seine Initiative hin der Gemeinde Katzenelnbogen das Recht verliehen, sich "Flecken" zu nennen. Höhepunkt seiner Amtszeit war natürlich die Wiederverleihung der Stadtrechte im Jahr 1962, die beim Bartholomäusmarkt als Staatsakt im Festzelt stattfand. In seiner Ära wurde die neue Landwirtschaftsschule (heute Verbandsgemeindeverwaltung), die Trauerhalle und die neue Volksschule gebaut. Auf sein zielstrebiges Betreiben hin erhielt Katzenelnbogen 1959 auch eine Realschule mit äußerst ehrgeizigem Lehrpersonal, deren erster Schülerjahrgang im Gründungsjahr noch keine 20 Schüler hatte und in der alten Volksschule untergebracht war.


Kurze Chronik der Katzenelnbogener Grafen

1138: König Konrad III. erhebt Heinrich II. von Katzenelnbogen in den Grafenstand

1190: Die Grafen von Katzenelnbogen erbauen im mittleren Aartal die Burg Hohenstein

1245: Graf Diether V. erbaut oberhalb von St. Goar Burg Rheinfels

1283: Graf Eberhard I. erwirbt die Marksburg sowie die Stadt und das Zollrecht von Braubach

1312: Verleihung der Stadtrechte (s.o.)

1319: Graf Wilhelm I. von Katzenelnbogen erbaut Burg Reichenberg bei St. Goarshausen

1330: Darmstadt, Sitz und Residenz der Grafen von Katzenelnbogen, erhält Stadtrechte

1335: Stiftung des Klosters Bärbach

1360 (bis 1371) : Burg Neu-Katzenelnbogen über St. Goarshausen, später Burg "Katz" genannt

1368: Graf Eberhard V. erbaut im unteren Aartal Burg Schwalbach

1399: Graf Johann III. und Graf Eberhard von Katzenelnbogen erbauen Burg Rüsselsheim

1479 stirbt Graf Philipp der Ältere als letzter Graf von Katzenelnbogen und wird im Kloster Eberbach beigesetzt.



Kloster Eberbach (Abbatia Eberbacensis) im Rheingau

Kloster Eberbach wurde im Jahr 1136 von Abt Ruthard und 12 Mönchen, die aus Clairvaux entsandt worden waren, gegründet und war fast 700 Jahre lang eine Abtei der Zisterzienser. Nach einem Dekret des Fürsten Friedrich August von Nassau wurde das Kloster am 18. September 1803 aufgelöst. Durch diese Säkularisierung oblag fortan der Wirtschaftsbetrieb (Landwirtschaft und Weinbau) des Klosters der fürstlichen Verwaltung. Der letzte Abt, Leonhard II. Müller, zog im Jahr der Auflösung in seine Geburtsstadt Rüdesheim und führte das Totenbuch des Klosters noch bis zu seinem Tod 1818 weiter. Die Klosterkirche wurde zu einer Scheune umfunktioniert, andere Gebäudeteile blieben leer stehen. Grabplatten der Grafen zu Katzenelnbogen brachte man zur Verzierung der künstlichen Ruine Mosburg in den Wiesbaden-Biebricher Schlosspark. Seit 1. Januar 1998 ist auf Beschluss der hessischen Landesregierung die gesamte Klosteranlage als Grundvermögen in das Eigentum der Stiftung Kloster Eberbach übergegangen. Diese Stiftung soll das Kulturdenkmal auf Dauer erhalten und auch dessen Weinbautradition weiter pflegen.

Grabplatten der Grafen von Katzenelnbogen im Kloster Eberbach

Eberhard I.
+ 1311
Nordquerschiff *
Berthold III.
+ 1321
Ostkapellen
Johann II.
(Detailansicht)
+ 1357
Südquerschiff **
Gerhard
+ 1402
Südquerschiff
Johann IV.
+ 1444
Nordquerschiff ***
Philipp d.J.
+ 1453
Südquerschiff ***
Philipp d.Ä.
+ 1479
Nordquerschiff ***

*
Das Denkmal war von 1806 - 1936 im Erdgeschoss der Mosburg des Wiesbaden-Biebricher Schlossparks aufgestellt.
**
Das Denkmal befand sich von 1806 - 1936 in der Vorhalle der Mosburg des Wiesbaden-Biebricher Schlossparks.
*** Das Denkmal war im gleichen Zeitraum im Außenbereich der Mosburg als Wächterfigur aufgestellt, daher die mehr oder weniger starke Oberflächenzersetzung.

Oben befindliche Fotos:

© Stiftung Kloster Eberbach und Freundeskreis ("Grabmäler im Kloster Eberbach" von Dr. Yvonne Monsees)

Mein Dank gilt der Stiftung und dem Freundeskreis für die kompetente Unterstützung.


Impressionen von der Mosburg im Schlosspark Wiesbaden - Biebrich




© RMF / Ansgar Klostermann
Innenhof des Klosters Eberbach mit Blick auf den Kreuzgang
Abendliche Konzertveranstaltung des Rheingau-Musik-Festivals

Eberbach ist nicht nur durch seine Historie weit über die regionalen Grenzen bekannt, sondern auch durch die alljährlich im Sommer dort entweder in der Basilika oder -wie hier auf dem Foto- im Innenhof mit Blick auf den Kreuzgang im Rahmen des Rheingau-Musik-Festivals stattfindenden Konzertveranstal-tungen. Dieses Musikfest, das auch an anderen Orten des Rheingaus einschließlich der Landeshauptstadt Wiesbaden Veranstaltungen bereithält, zählt zu den größten Musikfestivals in Europa und wurde 1987 von Michael Herrmann gegründet. Wegen der auftretenden international bekannten Künstler ist es ein Publikumsmagnet, der kulturell interessierte Besucher aus nah und fern anzieht.

Auch die folgenden Fotos sind urheberrechtlich geschützt.

Das Eingangstor
Standbilder über dem Torbogen
Johannes der Täufer
Maria Immaculata
Bernhard von Clairvaux

In der Mitte
das Wappen des Abtes Adolf II. Werner von Salmünster

Auf dem links und rechts von dem Wappen befindlichen Banner :
SUAVITER ET FORTITER

Diese Inschrift geht zurück auf das Motto der Jesuiten (Societas Jesu), das von ihrem fünften General Claudio Acquaviva stammt.

Das vollständige Motto lautet :


SUAVITER IN MODO, FORTITER IN RE
Gemäßigt in der Art, hart in der Sache

Unterhalb des Wappens ist zu lesen: A.D. MDCCLXXIV [1774]


immaculata conceptio
(unbefleckte Empfängnis)

Nach römisch-katholischer Glaubenslehre hat Gott Maria von ihrer Geburt an vor jeder Sünde bewahrt, weil sie die Mutter von Gottes Sohn (Jesus) werden sollte. Daher gilt sie als makellos.
Diese Lehre bezieht sich nicht auf die Geburt Jesu, sondern auf die Mariens, die von ihren Eltern, Anna und Joachim, auf natürliche Weise gezeugt und geboren wurde.

Das Mittelschiff der Basilika
An der linken Wand des Chorraums die Grabplatten
der Erzbischöfe Gerlach und Adolf II. von Nassau

Innenhof des Klosters

Blick auf den Kreuzgang

Der Kreuzgang ist nicht mehr vollständig erhalten.
Nach Auflösung des Klosters wurden 1803 zwei Flügel abgerissen.

Der Kapitelsaal
Der Kapitelsaal ist der Versammlungsraum einer klösterlichen Gemeinschaft. Die Zusammenkünfte wurden stets mit der Lesung eines Kapitels aus der Ordensregel oder aus den Schriften der Kirchenväter begonnen, daher der Name.

Blick zum imposanten Deckengewölbe

Deckenmalerei im Kapitelsaal

Blick vom Kapitelsaal hinaus zum Kreuzgang

Das Mönchsrefektorium - der Speisesaal der Mönche

Das Mönchsdormitorium - der Schlafraum der Mönche

Kapellen an der Südfassade der Basilika

Seitenschiff-Fenster von innen

Fragmente
des letzten Hochaltars der Kirche im Lapidarium

Fragmente
der Grabplatte Eberhards I. von Katzenelnbogen
Bei den Fragmenten handelt es sich um Relikte der ursprünglich im Boden der Chorkapelle St. Stephan (Mainz) liegenden und nach 1803 zerschlagenen Grabplatte des Grafen Eberhards I. von Katzenelnbogen.
Die zugehörige Grabfigur, einer sich wohl prachtvoll über der Grabplatte erhebenden Memorialarchitektur, befindet sích aufgerichtet in der Klosterkirche. Ein Foto dazu weiter oben auf dieser Seite.

Der Weinkeller im ehemaligen Laienrefektorium
mit 12 historischen Weinkeltern

VINUM DELECTAT ET LAETIFICAT COR HOMINUM
Der Wein erfreut und erheitert das Herz des Menschen.
PSALM 104, Vers 15
Die roten Buchstaben ergeben die Jahreszahl 1801.

Der Bach, der dem Kloster dem Namen gab
Erbbach, Erbach oder Eberbach
Hier ein Foto des (von rechts in den Rhein fließenden) Eberbachs
auf dem Klostergelände

Ein Blick auf die gesamte Klosteranlage

Weinbau im Rheingau
Blick vom Weinberg auf Kiedrich


Rhein-Eifel.TV: Kloster Eberbach






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Ev. Kirche St. Goar (Stiftskirche)

Die Ursprünge der Stiftskirche reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Aus dieser Zeit stammt die auf der Ostseite befindliche romanische Krypta, über der sich der erhöht gelegene Chorraum befindet. Im Mittelalter waren die auf der von ihnen erbauten Burg Rheinfels residierenden Grafen von Katzenelnbogen Förderer der Kirche. Graf Philipp von Katzenelnbogen (+ 1479) ist der Stifter des spätgotischen dreischiffigen Langhauses mit Empore. Der Westturm hat seine Wurzeln im 13. Jahrhundert. Die Stiftskirche beeindruckt den Betrachter durch eine Vielzahl von historischen Decken- und Wandgemälden mit christlichen Motiven bzw. Heiligendarstellungen. Mit Einführung der Reformation wurde St. Goar 1527 evangelisch.

Der im Osten befindliche Chorraum mit darunter liegender Krypta
Die Kanzel mit Treppe zum erhöht liegenden Chorraum
Dargestellt sind Jesus, die Evangelisten und Sankt Goar.
Die historische Orgel
Blick zur Empore mit Wandgemälden
Deckengemälde
Ostseite mit romanischer Krypta (unten),
darüber das spätgotische Langhaus
Krypta-Chorscheitelfenster:
Der auferstandene Christus
Der Heilige Goar als Stifter der Kirche

Die drei weiteren Krypta-Fenster

Christus als Richter
Über dem Nimbus ein Kelch
als Hinweis auf das Abendmahl
Der Sündenfall
Christi Himmelfahrt


Heiliger Antonius
Heilige Katharina
Heiliger Goar

Glasmalerei


Kath. Kirche St. Goar








Die Tumba des St. Goar


Das Grab des St. Goar befand sich in der Krypta der Stiftskirche. Erhalten geblieben ist die Grabplatte, die seit dem Jahr 1660 im rechten Teil des Querschiffs der katholischen Kirche von St. Goar zu sehen ist. Die kath. Kirche wurde 1660 geweiht. Bis zu ihrer Fertigstellung fanden sowohl für evangelische wie auch katholische Christen die Gottesdienste in der Stiftskirche statt. Frühe Ökumene!





Beim Klick auf das Foto sehen Sie ein Video zur Fähre.


Begleittext zur Fotoserie

Sankt Goarshausen - eine Stadt im oberen Mittelrheintal, die bekannt ist durch ihren sagenumwobenen Schieferfelsen (Ley = Schiefer), an dem der schiffbare Rhein seine engste (früher 113 m, nach Ausbau ca. 145 m) und tiefste Stelle (25 m) hat. Berühmt machte ihn aber vor allem die Loreleysage. Im Jahr 1800 verfasste der in Koblenz-Ehrenbreitstein gebürtige Clemens von Brentano das sagenhafte Gedicht "Lore Ley", das mit den Worten "Zu Bacharach am Rheine" beginnt und in dem von einer Jungfrau namens Lore Ley die Rede ist. Heinrich Heine schrieb dann 1823 (1824 veröffentlicht) das Gedicht "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten", das dann 1837 von Friedrich Silcher vertont wurde. In diesem volksliedhaften Lied geht es inhaltlich darum, dass die schöne auf dem Loreleyfelsen befindliche Jungfrau Loreley mit ihrem Aussehen und Gesang den vorbeifahrenden Schiffer so betört, dass er nicht mehr auf die Felsenriffe im Rhein achtet und ums Leben kommt. Von 1844 (Lotsenpflicht) bis Ende Mai 1988 übernahmen ortsansässige und flusskundige Lotsen zwischen St. Goar/St. Goarshausen und der ehemaligen Schieferbergbau-Stadt Kaub sowie umgekehrt das Steuer, was aber in den Folgejahren durch die moderne Navigation nicht mehr erforderlich war. In St. Goarshauen/St. Goar sind darüber hinaus zwei Burgen zu nennen, die von den Katzenelnbogener Grafen gebaut wurden: die Burg Katz (ursprüngl. "Neu-Catzenelnbogen") über St. Goarshausen -seinerzeit ein Gegenpol zur über Wellmich stehenden Burg Maus- , die von den Trierer Erzbischöfen zwischen 1353 und 1388 erbaut wurde, und die Burg Rheinfels über St. Goar.
Alle Burgen im Mittelrheintal stehen auf der sogenannten Mittelterrasse, auch "Burgenstufe" geanannt, auf der ehedem der Altrhein floss. Die Hauptterrasse, das oben befindliche Plateau, entspricht dem Verlauf des Urrheins, während die beiden Städte auf der Niederterrasse (heutiges Flussbett) liegen.
Am Ende der Präsentation werden noch die Marksburg (eigentlich Markusburg, nach Sankt Markus bezeichnet), die einst auch einmal im Besitz der Grafen von Katzenelnbogen war, und drei Stiche des Kupferstechers Merian gezeigt.
Der Loreleyfelsen und die umliegenden Burgen gehören zum UNESCO-Welterbe. Auf der Loreley befindet sich eine Freilichtbühne, die zu den verschiedensten Veranstaltungen genutzt wird. Eine Attraktion ist inzwischen auch eine Wanderung auf dem "Rheinsteig", der durch Weinberge, Schluchten und ruhige Waldwege führt und an verschiedenen Stellen großartige Blicke ins unten liegende Rheintal gewährt.
Um den Tourismus anzukurbeln, hat man das Loreleyplateau völlig neu gestaltet. Man denkt sogar an eine Hängebrücke aus Edelstahl, die in schwindelnder Höhe vom Plateau hinüber auf die andere Rheinseite nach Maria Ruh bei Urbar führen soll. Außerdem rückt ein Brückenbau zwischen St. Goar - Fellen und Wellmich in greifbare Nähe, durch den die Wartezeiten auf eine Fähre wegfallen würden. Allerdings bedeutet der Brückenbau das Aus des Fährbetriebs, womit aber, wie seinerzeit mit dem Wegfall der Lotsen, wieder ein Stück Nostalgie in der Region verlorengeht.


Beim Überfahren des 1., 3., 4. und 5. Fotos mit der Maus sehen Sie ein weiteres Foto.


Burg Hohenstein im mittleren Aartal diente nach ihrer Fertigstellung der jüngeren Linie der Grafen von Katzenelnbogen als Residenz. Unter Johann III. von Katzenelnbogen wurde sie um 1422 weiter ausgebaut. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts soll die Burg bei Konflikten mit den Grafen von Nassau stark beschädigt worden sein. Mit dem Aussterben des Grafengeschlechts im Mannesstamm kam die Burg im Jahr 1479 über die Erbtochter Anna, die mit dem Landgrafen Heinrich III. von Hessen-Marburg verheiratet war, an Hessen. Um 1604 ließ Landgraf Moritz von Hessen-Kassel die heruntergekommene Burganlage wiederherstellen. Ein Jahr vor Ende des Dreißigjährigen Krieges (1647) wurde Hohenstein zerstört und später nicht mehr aufgebaut.
Die 1245 unter Graf Diether V. errichtete und in der Folgezeit zur Festung ausgebaute Zoll-Burg Rheinfels war einst die größte Wehranlage im Mittelrheintal. 1479, nach dem Aussterben der Grafen von Katzenelnbogen, fiel die Rheinfels an die Landgrafen von Hessen-Kassel, die die Burg zu einem prächtigen Schloss und sicheren Festung umbauten. 1796/97 wurde die Burg gesprengt und diente sogar als Steinbruch für den Wiederaufbau der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein.
Die Marksburg (eigentl. Markusburg) über Braubach, die ursprünglich "Burgk Brubach" hieß, ist der Touristen-Magnet am Mittelrhein. 1437 wird die Burgkapelle "Sankt Markus" erstmals erwähnt, weil Philipp d. Ä. von Katzenelnbogen in jenem Jahr für die Burg einen Altar stiftete. Nach dem Bau der Philippsburg durch Landgraf Philipp II. von Hessen in den Jahren 1568 bis 1571 wird sie zur Unterscheidung von dieser neuen in der Altstadt hinter dem Marktplatz unten am Rhein gelegenen Residenz dann erstmals "Sankt Marxpurgk" genannt. Auf dem 2. Foto ist der älteste Teil der Philippsburg zu sehen, ein übernommenes Gebäude, das vorher den auf der Marksburg lebenden Katzenelnbogener Grafen als Amtshaus und Kellerei diente.

Die Burg Reichenberg liegt als Höhenburg über dem Hasenbachtal, genauer gesagt über dem Zusammenfluss von Bogeler Bach und Reitzenhainer Bach, die nach ihrer Vereinigung Hasenbach heißen. Reichenberg ist nur etwa 4 km von St. Goarshausen entfernt. Durch ihre etwas abgelegene Lage ist diese Burg weniger bekannt als die anderen Burgen der Katzenelnbogener Grafen. Auf dem Bild sieht man rechts oben die Burgruine, links daneben den 1880 errichteten historisierenden Wohnbau des Barons Wolfgang von Oettingen und unterhalb der Ruine die frühere Burgkapelle, die heute eine ev. Kirche ist.

Die über St. Goarshausen liegende heutige Burg Katz hieß ursprünglich Neu-Katzenelnbogen im Gegensatz zu Alt-Katzenelnbogen. Die Bezeichnung "Alt-Katzenelnbogen" ist auch auf dem Stich des Kupferstechers Merian zu lesen. Dass die Grafen von Katzenelnbogen noch eine Burg in St. Goarshausen bauten, hatte seinen Grund darin, dass sie am Rhein Zoll erhoben. Und das war gut durchführbar, weil am linken Rheinufer in St. Goar ihre Rheinfels stand und am rechten Ufer in St. Goarshausen die Burg Katz, wie sie bald genannt wurde.
Wenn man schon in St. Goarshausen ist, kommt man nicht ohne die Erwähnung des sagenumwobenen Loreleyfelsens herum (links hinter dem Schiff). Weltbekannt geworden ist Heinrich Heines Gedicht "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten". Daher steht auch am Rheinufer ein Denkmal für Heine. Die Loreley und die Burg Katz am rechten Rheinufer gehören noch zum Taunus, während sich die gegenüberliegende Ruine Rheinfels auf der Hunsrückseite befindet. Taunus und Hunsrück sind Teil des Rhein. Schiefergebirges und "Ley" ist ja der andere Begriff für Schiefer.
Der relativ kleine Ort Burgschwalbach erhielt 1368 von Kaiser Karl IV. Stadtrechte verliehen und damit verbunden war die Erlaubnis zum Bau von Befestigungsanlagen. So kam es, dass noch im gleichen Jahr mit dem Bau der Burg Schwalbach durch Graf Eberhard V. begonnen wurde. Burgschwalbach entwickelte sich aber nicht zur Stadt und kam 1536 zum Haus Nassau. Graf Wilhelm von Nassau-Weilburg machte 1594 die Burg zu seiner Residenz. Anfang des 18. Jahrhunderts gab man die Anlage wegen der hohen Reparaturkosten dem Verfall preis und trug das Dach ab. Das Mauerwerk ist aber noch erhalten geblieben.

Die Grafen von Katzenelnbogen haben neben diesen Burgen im Taunus und am Mittelrhein noch eine Reihe anderer Burgen besessen wie z.B. die Burgen Darmstadt und Rüsselsheim, im nördlichen Odenwald Lichtenberg und Reinheim, an der Bergstraße Zwingenberg. Als Grablege wählten sie sich das bedeutende und in hohem Ansehen stehende Kloster Eberbach im Rheingau bei Eltville, obwohl diese Kirche nicht in ihrem Herrschaftsgebiet lag, sondern zum Erzbistum Mainz gehörte. Graf Diether IV. erteilte schon 1219 Eberbach dauerhafte Zollbefreiung an der Zollstelle in St. Goar für die im Kloster hergestellten Erzeugnisse. Als Gegenleistung ließ der nach strengen Regeln lebende Zisterzienserorden die Aufstellung von Grabtumben in der Klosterkirche zu, die noch heute im Querschiff zu sehen sind.


Impressionen vom Festzug zum Katzenelnbogener Bartholmäusmarkt 2012

Motto: 700 Jahre Stadtrechte - Der Einrich im Wandel der Zeit






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