FRONLEICHNAMSFEST IN BALDUINSTEIN

Kommt her, ihr Kreaturen all, kommt, was erschaffen ist,
kommt her und sehet allzumal, wer hier zugegen ist !
Es ist der Herr im Sakrament, ihn sollt ihr loben ohne End !
Lobsinget ohne End dem heil'gen Sakrament !






Die alljährlich stattfindende Fronleichnamsprozession ist immer wieder ein beeindruckendes Ereignis in der Gemeinde Balduinstein, das mit großem Arbeitsaufwand liebevoll vorbereitet wird. Besonderer Anstrengungen bedarf es, die ausdrucksvollen Blumenteppiche mit christlichen Motiven herzurichten. Die Freiwillige Feuerwehr in ihrer stattlichen Uniform stellt die Träger des Baldachins und sichert während des Umzugs die Straßen ab. Eine Posaunengruppe begleitet die Prozession instrumental. Zudem singt die pilgernde Gemeinde ihre Fronleichnamslieder. Bei der feierlichen Prozession wird die Monstranz (lat. monstrare = zeigen) mit einer geweihten Hostie als Zeichen für den anwesenden Leib Christi unter dem Baldachin, der auch als "Himmel" bezeichnet wird, durch die Gemeinde getragen.
Der römisch-katholische Feiertag Fronleichnam hat seine Wurzeln im 13. Jahrhundert. Das Fest wurde erstmals im Jahr 1246 in der Diözese Lüttich (Belgien) begangen. 1264 führte es Papst Urban IV., der vorher Erzdiakon von Lüttich (frz.: Liège) war, für die gesamte römisch-katholische Kirche ein. Anno 1317 legte schließlich Papst Johannes XXII. das Datum des Feiertags fest: 10 Tage nach Pfingsten. Dadurch fällt Fronleichnam immer auf einen Donnerstag, genauso wie es beim Himmelfahrtstag ist, der 10 Tage vor Pfingsten (und 40 Tage nach Ostern) liegt. Bei der Prozession wird in der Regel an vier im Freien aufgestellten Altären gebetet.
Der altkirchliche Fronleichnamshymnus des Heiligen Thomas von Aquin (1225 - 1274) lautet "Pange, lingua, gloriosi corporis mysterium" ( Besinge, Zunge, das Geheimnis dieses Leibs voll Herrlichkeit ). Dieser Hymnus hat sechs Strophen, von denen in heutiger Zeit meist nur die fünfte und sechste Strophe gesungen werden, das "Tantum ergo sacramentum veneremur cernui" ( Kommt und lasst uns tief verehren ein so großes Sakrament ). Ältere Komponisten wie der Franko-Flame Josquin Desprez (+ 1521) und der durch die Eurovisionsmelodie bekanntgewordene Franzose Marc-Antoine Charpentier (+ 1704) haben alle sechs Strophen vertont. W.A. Mozart (1756 - 1791) hat sich bei seiner Komposition auf das 1772 geschriebene "Tantum ergo" [KV 197] beschränkt.