Ev. Kirche Wasenbach


Die ev. Kirche von Wasenbach wird von Einwohnern der Dörfer Biebrich, Steinsberg und Wasenbach besucht. Sie wurde am 10. Juli 1910 geweiht (Hundertjahrfeier im Jahr 2010). Bis zu diesem Zeitpunkt gingen die Wasenbacher in Habenscheid zur Kirche. (Deshalb wird Wasenbach noch heute unter der Bezeichnung Kirchengemeinde Cramberg - Habenscheid geführt.) Der letzte reguläre Gottesdienst in Habenscheid fand am 2. Pfingsttag 1910 statt. Zur Erinnerung an jene Zeit wird seit 1920 bis heute am 2. Pfingsttag in der Feldkirche von Habenscheid ein Gottesdienst gefeiert. Die drei Glocken und der Altar kamen in die neue Wasenbacher Kirche. Mindestens eine der Glocken hing -bevor sie nach Habenscheid kam- zunächst im Kloster Bärbach bei Schönborn. Der Habenscheider Friedhof wurde von den Wasenbachern noch bis zum Jahr 1929 als Begräbnisstätte genutzt. Heute werden in Habenscheid nur noch Bewohner aus Habenscheid und Bärbach beerdigt. Zur Kirchengemeinde Cramberg gehört neben dem auf einem Felsen hoch über der Lahn malerisch gelegenen Ort Cramberg selbst auch Schloss Schaumburg, das über Balduinstein an der Lahn thront.

 

 


Chorraum mit Altar

 

Die drei mittleren Chorfenster

Sankt Petrus
Christus
Sankt Paulus

 

1. Chorfenster links (unterer Teil)

FRIEDRICH
FÜRST ZU WALDECK UND PYRMONT
Am bekanntesten geworden sind die Fürsten zu Waldeck und Pyrmont wohl durch Emma von Waldeck-Pyrmont, die am 2. August 1858 als Tochter des Fürsten Georg Viktor von Waldeck-Pyrmont und seiner Frau Helene von Nassau im Schloss von Arolsen geboren wurde und 1879 als zweite Ehefrau Wilhelms III. Königin der Niederlande und Großherzogin von Luxemburg wurde. 1898 wurde die aus der Ehe hervorgegangene Tochter Wilhelmina Königin der Niederlande. Emma starb am 20. März 1934 in Den Haag.
 
Die Glocken der Wasenbacher Kirche

(von der kleinsten zur größten geordnet)


Die beiden großen Glocken rechts vom Treppenaufgang zum Turm her gesehenDie beiden großen Glocken und die neue Glocke von hinten gesehen

 
Die 1984 gegossene und zum 75-jährigen Kirchenjubiläum 1985 eingeweihte neue vierte GlockeAm oberen Glockenrand die Inschrift
"75 JAHRE KIRCHE WASENBACH 1985"
Am unteren Rand ist zu lesen: "ER IST UNSER FRIEDE, EPH 2, 14"In dem rechteckigen Feld unter dem Jahr des Glockengusses steht in der oberen Zeile zu lesen: "Eifeler Glockengiesserei", darunter: "Mark Brockscheid
Die weiter oben im Turm allein hängende Glocke, die vermutlich im Kloster Bärbach hingAm oberen Rand mit erhabenen Lettern in lateinischer Sprache: 

"O REX GLORIAE VENI CUM PACE"

(O König der Herrlichkeit, komme mit Frieden!)

Die vorne links hängende, zweitgrößte Glocke, die vermutlich im Kloster Bärbach hing 

Vermutlich wurde 1910 beim Umhängen der Glocke von Habenscheid nach Wasenbach "ev. Kirchengemeinde Wasenbach" draufgeschrieben.

Am oberen Rand steht in erhabenen Lettern: 

"VOX EGO SUM VITAE. VOCOS VOS. ORARE VENITE."

(Ich bin die Stimme des Lebens. Ich rufe euch. Kommt zum Gebet!)

Die größte der vier Glocken, die offenbar schon einmal einer Reparatur unterzogen wurde Auf ihr liest man in deutscher Schrift die Wörter "ev. Kirche Habenscheid".

 

Die Wasenbacher Kirche zur Weihnachtszeit

Die Tonfiguren-Krippe

Unterhalb des Dorfs Wasenbach mündet der Schönborner Bach in einem Wasserfall in den Wasenbach. Die etwa 500 m oberhalb von Wasenbach zusammenfließenden Rinnsale Bärbach und der von Habenscheid her kommende Rollsbach heißen nach ihrer Vereinigung "Wasenbach". Dieser mündet weiter talabwärts in den von Klingelbacher Höhen her kommenden Rupbach, der schließlich vor Laurenburg in der Nähe des Campingplatzes von links in die Lahn fließt.

Mit "Wasen" bezeichnet man einerseits feuchtes, wirtschaftlich nicht genutztes Land, andererseits auch die Grasnarbe (= geschlossene Gras- und Krauterdecke mit Wurzeln) sowie ausgestochene Stücke des Wiesenbodens. "Wasen" hat eine ähnliche Bedeutung wie das sprachverwandte Wort (feuchte) "Wiese" oder "Au".



Gedenktafeln in der Kirche








Jüdischer Friedhof Wasenbach








Zum wildromantischen Video-Film: