Festspiel "Edeltrud von Katzenelnbogen" von Dr. C. Spielmann
Das Festspiel wurde im Jahr 1912 anlässlich der 600-Jahr-Feier zur Verleihung der Stadtrechte
ausschließlich von Laiendarstellern aus Katzenelnbogen aufgeführt.
Lehrer August Herold (Klingelbach) als Abt von Arnstein war der einzige Auswärtige.



Alte Katzenelnbogener Schule
Gebäude Anfang des 18. Jahrhunderts von einem Herrn von Steprod auf seinem Grundstück außerhalb des Schlossbereichs, also hinter der Schlossmauer, errichtet. Bei dem links im Bild zu sehenden Teil des Gebäudes handelt es sich um die so genannte Zehntscheune. Erst 100 Jahre später wurde es Gemeinde-Eigentum und 1833 zur Schule ausgebaut. Die alte Schule wurde 1968 abgerissen. Vorn rechts die Grundmauern der 1929/30 erbauten Volksschule, die ab 1962 als Realschule diente, nachdem weiter oberhalb in der Burgstraße eine neue Hauptschule gebaut worden war. Dieses Gebäude wiederum wurde nach Auflösung der Einricher Dorfschulen wegen der gestiegenen Schülerzahl der Grundschule im Einrich zugewiesen, während für Haupt- und Realschule (heute "Realschule plus" mit Fachoberschule) am 17. September 1976 im Gänsberg ein neuer Gebäudekomplex offiziell eingeweiht wurde. Als die alte Realschule nicht mehr schulisch genutzt wurde, befand sich hier für einige Jahre das Einricher Heimatmuseum. Schließlich wurde in diesem Gebäude das "Haus der Familie" untergebracht.


Römerberg und Schlossturm um 1920
© Buchhandlung Heinrich Hanusch, Katzenelnbogen


Katholische Kirche
im Jubiläumsjahr 1925

(Erbauungsjahr 1875)
Links im Bild stehend der damalige Pfarrer Hermann Schmidt



Das 1928 eingeweihte Gefallenendenkmal
oberhalb von Einrichstraße und Rheinstraße



Wagemutiger Mann auf Felsvorsprung am Denkmal sitzend
© Buchhandlung Heinrich Hanusch, Katzenelnbogen


Frieda Herz (links) 1911 vor beliebter Schlosskulisse



Frieda Herz mit Gästen an ihrem 13. Geburtstag (1913)



Einrichstraße - Umzug zum Turnerfest 1921
Am rechten Bildrand der noch offen fließende Fischbach



Paula Jakupka, geb. Pfeifer
im Jahr 1933 vor der Schlosskulisse

Foto-Aufnahme vom Denkmal aus

 

Einschulung 1956 mit Lehrer Rothe
Foto-Aufnahme auf der Treppe vor der alten Schule,
die noch nicht abgerissen war
Hinten links (vom Betrachter aus) vor der Tür meine Wenigkeit



Ehemalige Volks-/Realschule neben dem Schlossturm,
heute "Haus der Familie"



Die frühere neue Volksschule und spätere Realschule
Hinter den 4 Fenstern im Dachgeschoss befand sich unser Klassenraum.



Die vielsagende Skulptur an der Hauswand
Zu sehen ist ein grübelnder Schüler.
Gegenüber auf einem Bücherstapel die Eule als Symbol der Weisheit.



Unsere Klasse im Dachgeschoss
Alle Schüler(innen) machen keinen glücklichen Eindruck.
Es war eine harte Zeit.
Vordere Reihe von links: Reinhold Michel, Manfred Dietrich, Gerhard Schmittel, Ingeborg Heuser, Karin Gemmer
Zweite Reihe: Klaus-Peter Kramb, Karl-Heinz Koßmann, Hans Gemmer, Iris Haß, Susanne Weber
Hintere Reihe:
Dieter Echternach, Wolfgang Jakupka, Hans-Jürgen Groß, Wolfgang Heuser, Kurt Weber



Klassenfahrt etwa Mitte der 60-er Jahre
Vordere Reihe: Dieter Echternach, Wolfgang Heuser
Zweite Reihe: Wolfgang Jakupka, Kurt Weber
Dritte Reihe: Gerhard Stach, Reinhold Michel, Reinhold Stricker, Gerhard Schmittel

Vierte Reihe rechts: Karl-Heinz Koßmann




Aufnahme des Schlosses um 1920
Rechts unten hinter dem Geländer
der noch offen fließende Fischbach
© Buchhandlung Heinrich Hanusch, Katzenelnbogen


Blick über den Dörsbach auf das Hotel Bremser,
im Hintergrund die Burganlage
© Foto-Heinz, Limburg


Hotel-Restaurant von Willy Bremser
Ecke Untertalstraße - Einrichstraße
So lautete die genaue Angabe in den Anfangsjahren:

Hotel Bremser
Weinhandlung und Brauerei
Telephon Nr. 1 - Sommerfrische
Katzenelnbogen in Nassau
Dieses repräsentative Gebäude wurde im Jahr 1978 leider abgerissen.
Heute steht hier das Haus der Nassauischen Sparkasse.
© Foto-Heinz, Limburg


Hotel-Restaurant von Willy Bremser
Links das Hotel Bremser, in der Mitte unterm Schloss die Metzgerei Huber und am rechten Bildrand die Gastwirtschaft Hofmann
© Cekade, heute Schöning-Verlag, Lübeck


Das "Jagdzimmer" des Hotels Bremser
© Cekade, heute Schöning-Verlag, Lübeck


Familie Bremser vor dem Eingang von der Terrasse her
Jedem alten Katzenelnbogener Bürger ist das Aquarium allgegenwärtig.



Die letzten Tage des Hotels Bremser



Welch ein Panorama !



Und hier das Aus des altehrwürdigen Gebäudes ANNO 1973



Ein letzter Blick
über den blühenden Vorgarten als Trauerflor



Blick von der Hofstraße auf das Gasthaus Karl Hofmann (1973)
Im Vordergrund die Aarstraße, links die Bahnhofstraße Richtung Dörsdorf

An der Mauer des linken Gebäudeteils ein Schaukasten mit Kinowerbung, rechts daneben das schwarze Mitteilungsbrett

Ehe es diese Bretter gab, war Kurt Meinecke mit der Schelle unterwegs
und verlas die amtlichen Nachrichten an verschiedenen Stellen der Stadt.
Foto-Archiv Zorn, Mudershausen


Blick von der Untertalstraße her
Einmündung der Aarstraße in die Einrichstraße / Rheinstraße (B 274)
Rechts oben sichtbar ein Kran für die Neubaumaßnahme,
am linken Bildrand die Nassauische Sparkasse mit orange-blauer Uhr
Foto-Archiv Zorn, Mudershausen


Abriss der Gastwirtschaft, links der fertiggestellte Neubau



Verkehrschaos im Stadtzentrum
Rechts im Hintergrund hinter den parkenden Autos steht nur noch das Haus Dörner, das schließlich auch noch abgetragen wurde.- Heute befinden sich an der Stelle der abgerissenen Häuser die Nassauische Sparkasse mit Springbrunnen, ein Parkplatz sowie das Medizinische Versorgungszentrum.



Festzug zum Bartholomäusmarkt 1968
Hoch zu Ross Kirmesbursche Wolfgang Jakupka



Festspiel zum Bartholomäusmarkt
im ehemaligen Steinbruch Schuhmacher & Heuser in der Rheinstraße,
heute Stützpunkt Katzenelnbogen der Straßenmeisterei Diez (LBM)



Festspielgruppe vor Schlossturm



Gerüst des Festzelts auf dem Marktplatz
Im Hintergrund ganz links hinter einem Zeltpfosten die kath. Kirche,
im Hintertgrund in der Mitte Schlossturm und Schloss



Festzug 1928 in der Bahnhofstraße mit Wilhelm Heuser
Besonderheit: Kühe ziehen den Festwagen



Festzug (Lahnstraße / Obertalstraße)

Festwagen als Werbeträger

Wagen-Aufschrift:
Kauft Milch vom Milchmann



Wagen-Aufschrift:
Einrich-Bote
das gelesenste Heimatblatt
In korrektem Deutsch müsste es so heißen: das meistgelesene Heimatblatt



Wagen-Aufschrift:
Einrich-Bote
Haupt - Tageszeitung auf dem ganzen Einrich



Wagen-Motto:
Grüß Gott mit hellem Klang
Heil deutschem Wort und Sang

Festwagen vor dem Aufstellen (Klingelbacher Lahnstraße)
,
auf dem Wagen mit Mandoline Annemarie Dahm



Die Feuerwehrkapelle beim Aufstellen in der Lahnstraße



Die Feuerwehrkapelle in der Bahnhofstraße
vor der Bäckerei Straßenmeyer
Rechts vorn Ernst Zimmet aus Katzenelnbogen,
links daneben Heinrich Wöll aus Klingelbach,
ganz links mit Tuba Gustav Weis aus Katzenelnbogen



Bartholomäusmarkt 1949
Wagen des Vereins für Leichtathletik (VFL),
auf dem Wagen in der Mitte Heinz Wagner



Bartholomäusmarkt 1949
Lehrerin Ilse Lessdorf (links) mit Schulkindern



Festspiel zum Bartholomäusmarkt 1949
Uraufführung: Gräfin Anna von Katzenelnbogen



Festzug vor Hotel Bremser
Als Kutscher Willi Biehl



Festspiel "Der Gewissenswurm" (1954) im Steinbruch
Bei den Erwachsenen links im Bild handelt es sich um Berufsschauspieler während man rechts "Flecker" Jugendliche sieht.



Festzug um 1960


Max und Moritz
Handwagen gezogen von W. Jakupka und K.-H. Koßmann


Thema Post, symbolisiert durch Posthörner
2. Reihe von links: Volker Hofmann, Wolfg. Jakupka, Klaus Echternach
vor Metzgerei Heß und Bäckerei Zorn


Postkutsche in der Einrichstraße


Von links: Hans Gemmer, Rolf Meyer, Wolfgang Jakupka, Irmtraud Groß, Gerhard Schmittel



Festzug als Farbfoto
Von links nach rechts zu sehen sind folgende Gebäude:
alte Nassauische Sparkasse, Gasthaus Hofmann und Hotel Bremser



Gastwirtschaft "Zur alten Post" von Wilhelm Meier
mit Shell-Tankstelle
auf der gegenüberliegenden Straßenseite
Das Haus steht heute noch an der Ecke Einrichstraße / Stiftstraße. Es ist allerdings zwischenzeitlich umgebaut worden. Die alte Post befand sich (wie auch die Zapfsäule) auf der gegenüberliegenden Straßenseite im ehemaligen Haus Echternach. Heute befindet sich dort die "Foto-Ecke" und im Hinterhof ein Fitness-Studio.
Die linke Tür neben dem Geländer führte in die Metzgerei von Wilhelm Meier, die rechte Tür in seine Wirtschaft. Innen bestand ein Durchgang zwischen Laden und Gaststätte. Nach W. Meier gingen folgende Metzger in dem Gebäude ihrem Beruf nach: Ewald Kordas, Heinrich Heß und aktuell Metzger Schmidt.
Fotograf Oskar Bernhardt, Katzenelnbogen


Das Sanatorium Dr. Otto Wolff (für Nervenkranke)
belieferte ich i.A. meines Großvaters per Fahrrad mit Fleisch und Wurst



Das ehemalige Amtsgericht in der Aarstraße
Nach der Auflösung des Gerichts war hier vorübergehend die Verbandsgemeindeverwaltung untergebracht. Bei dem rot angestrichenen Haus links im Hintergrund handelt es sich um die ehemalige Landwirtschaftsschule, die später in der Burgstraße neu gebaut wurde und heute als Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung genutzt wird.



Das Elisabethstift
Links im Hintergrund ist die alte Schule zu sehen.
Wo das Elisabethstift stand, befand sich einst eine Eisenschmelzhütte, wo das im Eisensteinfeld (heute Wohngebiet) abgebaute Eisenerz geschmolzen wurde. Der letzte Besitzer der Eisenschmelzhütte, Matthäus Göring aus Bad Honnef, hat im Jahr 1885 das gesamte Gelände der Diakonenanstalt Duisburg mit der Auflage übereignet, dass dort ein Heim für unbemittelte Waisen oder verlassene Kinder errichtet würde. Das Haus erhielt nach dem Vornamen der Tochter des Gelände-Stifters Elisabeth Göring den Namen "Elisabethstift". Im Jahr 1927 wurde das Elisabethstift in ein Altersheim umfunktioniert, was es bis heute geblieben ist.
© Druckerei Hanusch, Katzenelnbogen


Das Elisabethstift im Jahr des Abrisses (Anfang 1997)



Das Kolonialwarengeschäft Karl Wagner, Aarstraße 1
-Das Einkaufszentrum von damals-
Hier gab es Lebensmittel, Haushaltsgegenstände und Porzellan, Eisenwaren und Werkzeuge bis hin zu Öfen und Herden.
Das Lebensmittelangebot wurde 1974 eingestellt.



.
Das Geschäft im Jahr 1919
Mann mit Hut: Friedrich Herz, Frau an der Kasse: Auguste Herz,
rechts vor dem Fenster: Frieda Herz



Lebensmittel



Porzellan



Eisenwaren / Werkzeuge



Die Gaststätte "Deutsches Haus" in der Obertalstraße (1910)
Besitzer: Carl Lenz
Obertalstraße 1967 bei der Schneeschmelze

Links Drogerie Eugen Lenz, Haus Zimmet, Metzgerei Pfeifer;
rechts Zahnarzt Weil, Haus Herold;
hinter dem VW-Bus das Haus Gaul
Sammlung Volker Satony


Blick in "Biehls" Hof
Bäckerei und Gastwirtschaft "Zum grünen Wald"
mit Saal für Sport- und Tanzveranstaltungen
sowie für Film- und Theateraufführungen
und schulischen Sportunterricht

Links: Küchenfenster, rechts daneben die Eingangstür, von der aus man links in die Küche und rechts in die "multifunktionale" Backstube gehen konnte, den die Feuerwehrkapelle an Samstagabenden zu ihren Proben nutzte.

Auf diesem Winterfoto sieht man, wie gerade Mehlsäcke von dem von Pferden gezogenen Wagen abgeladen werden.

 

Theateraufführung in Biehls Saal

 

Veranstaltung des Turn- und Sportvereins

 

Helmut Dietrich als Ansager

 

Die Feuerwehrkapelle

 

Blick in die Obertalstraße
Links das seit vielen Jahren abgetragene Haus Herold



Metzgerei Pfeifer in der Obertalstraße
nach einem Gemälde von Jos. Boos, 1931



KONSUM - das Lebensmittelgeschäft in der Lahnstraße 1
Rechts daneben: Bäckerei und Gastwirtschaft Hofmann
Ganz rechts: Bau- und Möbelschreinerei Karl Faust
Die gehisste Fahne bei der Bäckerei verrät,
dass das Foto in der Bartholomäusmarktzeit aufgenommen wurde.
Foto: Willi Ringelstein


Gendarmerie-Oberwachtmeister Horst Eckhardt,
der spätere Koblenzer Polizeipräsident
Die Aufnahme entstand im Jahr 1968 vor dem Gendarmeriegebäude in der Lahnstraße 24 (heute Wohnhaus) mit Blick in die obere Lahnstraße. In der damals noch existierenden Katzenelnbogener Polizeistation sammelte er zusammen mit zwei weiteren jungen Kollegen seine ersten Berufserfahrungen. Das Autokennzeichen MT für Montabaur (jetzt WW) verrät, dass er im unteren Westerwald wohnte.



Das alte Schwimmbad
(noch mit Holzsprungturm)
© Cekade, heute Schöning-Verlag, Lübeck


Blick auf das Nichtschwimmer-Becken

 

Bademeister Kurt Meinecke
beim Anstreichen des Sprungturms

 

Das alte Kino "Lichtburg"

 

Filmvorführung
Links Kurt Meinecke, rechts Helmut Dietrich


Nach den vielen alten Bildern noch zwei Bilder der Jetzt-Zeit

Blick auf Katzenelnbogen - Realaufnahme



Blick auf Katzenelnbogen in einem Gemälde
© Rebecca Fischer


Weihnachtszeit in Katzenelnbogen um 1960







Kleinbahn - Lokomotive
© Wolfgang Jakupka

Diese Schmalspur-Lokomotive stand für etliche Jahre als Denkmal in Nastätten. Sie ist inzwischen für einen stattlichen Preis von der Stadt an einen wohlhabenden, von Lokomotiven begeisterten Niederländer verkauft worden, der die von ihm erworbenen Loks wieder restauriert. Nach der Restaurierung soll diese Lok auf einer Schmalspurstrecke in Deutschland wieder zum Einsatz kommen und die Aufschrift "Stadt Nastätten" tragen.


Die Straße, die von Katzenelnbogen nach Dörsdorf führt, heißt im Stadtbereich "Bahnhofstraße" - doch wo ist der zugehörige Bahnhof?-
Wer heute in Katzenelnbogen zum Raiffeisen-Markt fährt und dort einkauft bzw. Benzin tankt, befindet sich auf historischem Boden, denn hier stand einst der Bahnhof der Nassauischen Kleinbahn. Das erklärt auch den Namen der zum Raiffeisenmarkt führenden Straße, nämlich Bahnhof-straße.
Die Nassauische Kleinbahn mit einer Spurweite von einem Meter wurde zwischen 1898 und 1903 erbaut. Die Hauptstrecke verlief von Zollhaus über Katzenelnbogen, Holzhausen und Nastätten bis nach St. Goarshausen, die Nebenstrecke von Nastätten über Braubach bis Oberlahnstein. Sie stellte nur für wenige Jahrzehnte die Verbindung zwischen Aar und Rhein dar. Dass die Bahn überhaupt gebaut wurde, verdankt sie den Bodenschätzen im Raum Katzenelnbogen (Eisenerz, Kalk und Basalt), die zum St. Goarshausener Rheinhafen transportiert wurden, um dort auf Schiffe umgeladen zu werden. Rund um den Haltepunkt Maiblumenley hat es zahlreiche Eisenerzgruben gegeben.
Die Trassenverlegung gestaltete sich wegen des oft unwegsamen Geländes schwierig, sodass die Strecke teilweise durch abgelegenes Gebiet (z.B. der Zollgrund oberhalb von Braubach) fernab der Dörfer verlief. Das folgende Foto dokumentiert das.

Gebirgsstrecke
von Becheln nach Braubach
Idyllisch oder gefährlich?

Höchster Punkt der Bahnlinie war Berndroth-Rettert (Waldeslust).
Sowohl die Strecke von St. Goarshausen hoch nach Bogel als auch die Strecke von Braubach aufwärts nach Becheln ähnelte stark einer Gebirgsbahn; denn es waren enorme Höhenunterschiede zu überwinden. Die Landschaft selbst hat hier einen gebirgigen Charakter, ähnlich wie bei dem in St. Goarshausen endenden Forstbachtal, das wegen des Aussehens auch als Schweizertal bekannt ist.
Die Bahn durchfuhr nicht immer die Dörfer, nach denen die Haltestellen benannt waren. Teilweise waren es beträchtliche Entfernungen bis zum jeweiligen Dorf. Von dem Kleinbahn-Haltepunkt Römerkastell waren es "nur" 5 Minuten bis zum Kastell zu laufen, während die Ortschaft Becheln 15 Minuten von der Haltestelle entfernt lag. Die Haltestelle Hinterwald lag mitten im Wald und war 2 km vom Dorf entfernt.
Die Nassauische Kleinbahn bot durch ihre zahlreichen Entgleisungen und anderen Missgeschicke den Einwohnern des Einrichs und des Blauen Ländchens immer wieder Gesprächsstoff. Trotz der vielen Unfälle ist aber außer Blechschäden kaum etwas Ernsthaftes passiert, was wohl auch dem niedrigen Tempo der Kleinbahnzüge zu verdanken war.

Der Streckenabschnitt von Braubach bis Oberlahnstein wurde schon 1917 wegen Unrentabilität stillgelegt, weil die Staatsbahn parallel dazu verlief. Die Verbindung von Nastätten nach Braubach bestand hingegen bis 1932.
In Braubach selbst überlebte jedoch der Kleinbahnverkehr bis 1977 als Transportmittel von der Blei- und Silberhütte zum Rheinhafen. Seit 1957 fuhren diese Züge allerdings nur noch auf 750 mm - Gleisen, was der ursprünglichen Schmalspur-Pferdebahn der Blei- und Silberhütte entsprach. Das Gleis der Pferdebahn verlief (vom Rhein her kommend gesehen) in voller Länge auf der linken Seite der Oberalleestraße, die Kleinbahn zunächst bis zum durchbrochenen Stadtturm rechts, danach auch wieder links. Da die Kleinbahnstrecke mitten durch die Stadt Braubach verlief, gab es immer wieder Probleme mit dem Straßenverkehr. Gelegentlich kam es sogar vor, dass ein Auto auf dem Gleis parkte, während sich der Zug bereits (in gemächlichem Tempo) näherte und warten musste, bis der Parksünder in sein Fahrzeug gestiegen und weggefahren war. Nostalgie pur - oder?
1952 ist der Personenverkehr zwischen St. Goarshausen und Nastätten, 1953 zwischen Nastätten und Zollhaus eingestellt worden. Der Güterverkehr zwischen Nastätten und St. Goarshausen wurde 1956 aufgegeben, zwischen Nastätten ud Zollhaus 1957. Zwischen Hohlenfels, Mudershausen und Zollhaus wurden bis 1962 noch Steine von der Grube Hibernia und dem Basaltsteinwerk bei Mudershausen transportiert. Der Kleinbahnhof in Zollhaus stand auf der gegenüberliegenden Seite vom Staatsbahnhof Zollhaus, der die Verbindung zwischen Diez und Wiesbaden (Aartalbahn) gewährleistete. Beide Bahnhöfe sind erhalten geblieben. Während in Zollhaus, Holzhausen (Bahnhofshotel mit Kleinbahnagentur, heute Haidegasthof), Nastätten und St. Goarshausen die Kleinbahnhöfe heute noch stehen, musste der Katzenelnbogener Bahnhof dem Raiffeisenmarkt weichen. Von der Strecke nach Braubach steht noch der Miehlener Bahnhof; der Dachsenhausener Bahnhof existiert zwar noch, ist aber so umgebaut worden, dass man ihn nicht mehr als solchen erkennt.


Strecke Zollhaus - Nastätten - St. Goarshausen


Bahnhof Zollhaus



Winziger Gleisrest über den Schliembach in Zollhaus



Große Kehrschleife bei Mudershausen
mit Personenzug in Richtung Zollhaus,
im Hintergrund die Erzseilbahn zum Transport
des bei Mudershausen abgebauten Eisenerzes nach Zollhaus
Foto: Hedwig Herold


Haltestelle Mudershausen,
links unten das Mudershausener Wartehäuschen
Sammlung Volker Satony


Ausflugs- bzw. Wanderziel Burg Hohlenfels bei Hahnstätten,
früher auch mit idyllischer Kleinbahnfahrt möglich


In schwerer Kriegszeit ließ der Herr der Hohlenfels mit viel Mühe die zwölf goldenen Apostelbilder der Burgkapelle in der Schlucht hinter der Burg versenken. Nach Kriegsende wollte man sie wieder heraufholen. Der alte Burgherr starb. Die Kunde von dem verborgenen Schatz ging jedoch von Mund zu Mund. Wegen des gefährlichen Abstiegs fand sich aber niemand bereit dazu den Schatz zu bergen, bis eines Tages ein Knappe namens Harald den Mut aufbrachte. Obwohl der neue Burgherr ihn vor den Gefahren warnte, ließ er sich nicht von seinem Plan abbringen, weil der Goldschatz zu verlockend für ihn war. Der Burgherr, der den Knappen an und für sich schätzte, war über dessen Goldgier äußerst enttäuscht. Er wollte ihm nämlich seine Tochter zur Frau geben, und dann hätte er alles, was er zum Leben brauche: Äcker und Wiesen, Wald zur Jagd und den Hohlenfelsbach zum Fischfang.
Aber Harald war von seinem Vorhaben nicht abzubringen. Selbst die eindringliche Warnung der Tochter des Ritters, die er liebte, schlug er in den Wind.
Schließlich setzte er seinen Plan in die Tat um. Mit Seil und Pickel ausgestattet kletterte er die Felswand abwärts. Er klammerte sich an das Seil, glitt hinunter und begann mit der Suche nach dem Goldschatz. Tatsächlich entdeckte er die Apostelbilder in einer Höhle. Er band sie zusammen und versuchte nun mit der schweren Last aufwärts zu klettern. An der Stelle, wo Harald seinen Pickel eingehauen hatte, hatte in der Zwischenzeit eine Maus die Erde weggescharrt, wodurch der Pickel nicht mehr fest in der Felswand saß. Als Harald sich nun mit dem zusätzlichen Gewicht der Bilder an dem Seil aufwärts zog, löste sich plötzlich der Pickel, an dem das Seil befestigt war, und Harald stürzte in die Tiefe, wo er unter der drückenden Last des Goldes eines elenden Todes starb.




Betonbogen auf dem Weg zur Domäne Hohlenfels
Dieser Betonbogen neben der Kleinbahntrasse unterhalb der Burg steht in Zusammenhang mit der ehemaligen Seilbahn. Mit ihm sollte sichergestellt werden, dass den darunter hindurch wandernden oder fahrenden Gästen der Burg Hohlenfels und der Domäne keine Steine aus den Loren auf den Kopf fielen.



Kleinbahn -Trasse unterhalb des Haltepunkts Hohlenfels,
der sich oben links in der Lichtung in Burghöhe befand
Auf dem Foto sieht man rechts zwei Fundamente von Stützen bzw. Umlenkungen einer 1925 erbauten Seilbahn, die nicht lange in Betrieb war. Mit ihr wurde Kalk aus dem Hibernia-Bruch zu dem Zementwerk Mirke nach Zollhaus transportiert.



Haltestelle Hohlenfels auf der Lichtung vor diesem Baum



Ausflügler verlassen den in Richtung Katzenelnbogen stehenden Kleinbahnzug zur Besichtigung der Burg
Am linken Bildrand sichtbar das Wartehäuschen
Sammlung Volker Satony


Überführung bzw. Durchlass an der Dachskaute
zwischen Katzenelnbogen und Zollhaus (an der B 274)



Bahnhof Katzenelnbogen
© Peter Marsilius, Katzenelnbogen

Gleisfeld mit Wasserturm
© Ernst Günther Schilp, Mainz
Bahnhof mit Kleinbahn-Bussen
Busverkehr seit 1948
Fotos aus "Auf den Spuren der Nassauischen Kleinbahn" / Karlheinz Dauer und Winfried Ott


Busfahrer Kurt Wagner
vor einem Bus der Nassauischen Kleinbahn
(um 1990)



Zugewachsenes Mini-Viadukt über den Mäusbach
zwischen Mittelfischbach und Katzenelnbogen



Berndroth - Rettert (Waldeslust) heute
Ehemalige Haltestelle für die Dörfer Ackerbach, Berndroth und Rettert



Haidegasthof bei Holzhausen an der Haide
In diesem einstigen Bahnhofshotel befand sich eine Agentur der Nassauischen Kleinbahn, in der man Fahrkarten kaufen konnte. Vor dem Hotel stand wie bei den anderen kleineren Haltepunkten (z.B. Berndroth / Waldeslust oder Mudershausen) ein Wellblech-Häuschen als Unterstellmöglichkeit bei schlechtem Wetter.



Unterhalb des Römerkastells gab es auf der Kleinbahnstrecke zwischen Berndroth-Rettert und Holzhausen einen Haltepunkt (Bedarfshaltestelle), sodass Wanderer nicht unbedingt den längeren Weg von Rettert oder Holzhausen nehmen mussten, sondern eine Abkürzung (ca. 500 m Wegstrecke) hoch zum Kastell wählen konnten.
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Zentralbahnhof Nastätten



Die Ruine Reichenberg heute



Endbahnhof St. Goarshausen am Rhein


Strecke von Nastätten nach Braubach


Bahnhof Dachsenhausen
Foto aus dem Buch "Einsteigen bitte" von Winfried Ott

Der alte Bahndamm am Waldrand von Dachsenhausen
in Richtung Hinterwald
Hier verkehrte die Kleinbahn zwischen 1902 und 1932


Der Braubacher (Personen-) Bahnhof


DIE STATIONEN DER NASSAUISCHEN KLEINBAHN

Zollhaus - St. Goarshausen
Nastätten - Braubach
Zollhaus Nastätten
Mudershausen Schneidmühle
Hohlenfels Miehlen
Dachskaute Knabs Mühle
Maiblumenlai Marienfels
Allendorf Ehr
Katzenelnbogen Gemmerich
Mittelfischbach Winterwerb
Berndroth - Rettert (Waldeslust) Oberbachheim
Römerkastell Dachsenhausen
Holzhausen a.d. Haide Hinterwald
Martenroth (Neuhof)* Becheln
Nastätten Zollgrund
Niederwallmenach Silberhütte
Bogel Neutor
Reichenberg Braubach
Schmidts Mühle
Lohmühle
Hasenbach - Mühle
St. Goarshausen
* auch Haltestelle für Grebenroth, Schwallschieder Hof und Kloster Gronau

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Hornsignal beim Anklicken des Bilds



Das neue Postamt
und die Kraftpostlinie Katzenelnbogen - Laurenburg
(beides seit 1929)



Rechts Paul Spies,
der lange Zeit den Postbus im Wechsel mit Karl Wolf fuhr


Hier sein Kollege Karl Wolf
neben einem neueren Postbus, am Laurenburger Bahnhof aufgenommen


Einige erwähnenswerte Daten und Fakten
der jüngeren Geschichte


1924
Bau der Landwirtschaftsschule in der Aarstraße
1927
Stift wird Altersheim
1928
Einweihung des Gefallenendenkmals oberhalb von Einrichstraße/Rheinstraße
1929
Einrichtung der Kraftpostlinie Katzenelnbogen - Laurenburg
1929
Bau des Postamts in der Bahnhofstraße
1930
Erbauung der neuen Volksschule
1930
Überbrückung des Fischbachs in der Einrichstraße
1931
Bau des Schwimmbads
1946
Einrichtung der Busverbindung durch die Nassauische Kleinbahn nach Wiesbaden und Diez
1948
Neue Brücke über den Dörsbach
1948
Das Schloss wird zum Kinderheim des Ev. Hilfswerks umgebaut (bis 1971)
1950
Bau des neuen Rathauses in der Untertalstraße
1957
Neue Landwirtschaftsschule in der Burgstraße, heute Verbandsgemeindesitz
1959
Katzenelnbogen erhält eine Realschule
1962
Wiederverleihung der Stadtrechte
1962
Neue Volksschule in der Burgstraße
1963
Bau der Trauerhalle
1965
Feuerwehrgerätehaus
1966/67 Neuer Kindergarten in der Weiherwiese, vorher Kindergarten im ev. Gemeindehaus in der Lahnstraße
1969 Hochbehälter auf dem Rödelsberg
1972 Bildung der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen
1973 Umbau des alten Amtsgerichts in der Aarstraße zur Verbandsgemeindeverwaltung
1975/76 Schulzentrum mit Haupt- und Realschule
1986 Stadthalle
1990 Partnerschaft mit der französischen Stadt Serres
2019 Fusion der beiden Verbandsgemeinden Hahnstätten und Katzenelnbogen zur größeren Verwaltungseinheit Aar - Einrich


Copyright © Wolfgang Jakupka